Le Cèdre Beaune

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Le Cèdre Beaune

Hostellerie Le Cèdre Beaune – Das Rührei und die Sonne

Direkt an der historischen Stadtmauer, mitten im Zentrum, einen mittleren Steinwurf von der Basilika Notre Dame entfernt und trotzdem in feinster Ruhe gebetet. Die fünf Sterne des Le  Cèdre glänzen nicht nur wegen der fleissigen und aufmerksamen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Wir haben einmal im Internet nachgesehen, wie das Hotel Le Cèdre beschrieben wird. Und wir sind auf folgende Perle intellektueller Reife gestossen:

„Eleganz und Tradition erwartet Sie im Herzen des Parks Hostellerie Le Cedre. Das Hotel und sein Restaurant, Cedar Clos statt in einem alten Weinhaus Meister.

Unter den Formteilen aus dem Raum oder von der schattigen Terrasse, finden Sie eine Küche „Leidenschaft und Erfindung“, die auf die Quellen der burgundischen Terroirs zieht entdecken. Nach einer Reise unter den Sternen, die von Paris über Bretagne führt zu London, Chef Christophe LEDRU, entschied sich in unserer schönen Region niederzulassen, wo er leitet die Küche des Restaurants. Besorgt über die Qualität der Produkte, die es bietet, begünstigt seine Küche lokale Produzenten und Burgunder-Weine auch einen Ehrenplatz einnehmen.

Die Gerichte, die Sie in diesen Orten begeistern wird es eine seltene Delikatesse und machen Cedar Clos ein Muss für gastronomische Beaune.“

Wir müssen zugeben, dass wir solche Wortkombinate und geschriebene Bilder selbst unter Zuhilfenahme von härteren Drogen nicht zustande bringen könnten. Deshalb hier nun unsere eigene Beschreibung einer Begegnung mit Hotel und Restaurant.

Exclusive-Life Hoteltipp: Hostellerie Le Cèdre Beaune

Der Wagen parkt ein paar Meter vor dem Eingang, in Sichtweite der kleinen Rezeption und wenn es nicht geregnet hätte, wir wären noch ein paar Minuten im kleinen Park unterwegs gewesen. Ruhe nach der Fahrt, ein paar Minuten nur. Das unterscheidet die großen Grand Hotels in der Stadt vom Le Cèdre. Fünf Sterne plus Ruhe ist gleich sechs Sterne. Dann steht man vor der jungen Dame am edelhölzernen Tresen, man reicht den Ausweis rüber, man unterschreibt die Anmeldung, der Schlüssel wechselt den Besitzer und während dieser Prozedur hat sich der sechste Stern bemerkbar gemacht. Bei all´ der Verwaltungsarbeit breitet sich die Charakteristik des Hotels aus, als hätten wir Handy und Armbanduhr an der Rezeption abgegeben. 

Eine kleine Bar, mit Kamin, Literatur, reichlich Auswahl an Single Malt, Wein und bestem Cognac. Dazwischen dicke, gemütliche Ledersessel, wie im richtigen Leben. Man lehnt sich zurück, schaut sich um, einen Schluck und der späte Abend schluckt die Autobahn-Hektik runter wie nichts. Es gibt Orte, die können sowas. 

Das Zimmer dann, eine Mischung aus Funktionalität und Qualität, ist größer als erwartet, das riesige Bett auf einer Empore, einer Ruheinsel gleich. Weiter unten Couch, Sessel, Tisch, Anrichte und allerlei Lampen, Vasen und Bilder an der Wand. Alles passt. Jemand mit dem richtigen Auge für Form, Farbe und Material hat hier gewirkt, hat sich Gedanken gemacht und hat sich in uns hinein versetzt. Man spürt das, man mag das. Kein Konzern-Design, keine Hotel-Ketten-Ästhetik. Einfach nur Qualität und Lebensraum Aus dem Fenster der Blick auf Bäume, auf Grün und auf Vögel, die uns am nächsten Morgen wecken werden. In der Nacht dann das, was man sich nach einer anstrengenden Fahrt sehnlichst wünscht: Ruhe, einfach nur Ruhe. 

Hostellerie Le Cèdre Beaune – Das Rührei und die Sonne

Das eine ist Handwerk und Lust, das andere die Natur. Gemeinsam unschlagbar. Bester französischer Kaffee, die warme Milch spielt in der grossen Tasse die beste Nebenrolle, das Rührei aus der Küche ist eine Botschaft an den Gast. „Wir mach das so, wie Du es haben willst. Genau so.“ Danke. Ein paar Tomatenstücke, ein paar winzige Speckwürfel, ein paar noch winzigere Zwiebelwürfel, dazu Petersilie und ein wenig Salz. Die Eier sauber gerührt, in der Pfanne mit allem drum und dran vorsichtig erhitzt und in die beste Konsistenz gebracht. Nicht flüssig und nicht trocken. Dazu frisches Brot. Und die Sonne, die durch das kleine Sprossenfenster schaut und ihre Zunge läuft den Mund entlang. Kann bitte jemand aus der Küche im Le Cèdre den großen Hotels dieser Welt den einfachen Trick mit dem Rührei verraten. Bitte. 

Von der kleinen Küche in die grosse Gastronomie. Gleich neben dem Hotel das Restaurant Clos du  Cèdre. Restaurant und Hotel trennt der winzige Park, das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert, Christophe Ledru wirkt hier. Man sitzt in einem wunderbar klassischen Salon, an bestens gedeckten Tischen. Eine Familienfeier könnte hier stattfinden. Eine wichtige Feier, vor der man dem Restaurantchef sagt, dass man jemand eine wirklich grosse Freude bereiten will. Genau so fühlt man sich. Ein Menü wurde uns gereicht. Rind, Käse, Obst, vorab eine kleine Creme aus feinem Gemüse. Dazu Weine der Region. Alles passte, fügte sich zu einem Konzert, einem Kammerkonzert. Frische, Qualität und der Umgang mit Gewürzen, die den Gaumen erfreuen, aber nicht überfordern. Wir sind keine Gourmets, keine Fachesser. Wir sind Geniesser und wir verlassen ein Restaurant sehr gerne mit dem Gefühl der wohligen Wärme des Besonderen, das den Rezeptoren im Gaumen einen höflichen Besuch bereitete. Genau das haben wir im Clos Du Cèdre erlebt. 

Nach Tag und Nacht im Le Cèdre in Beaune reisen wir ab. Zu früh, zu schnell. Wir hätten gerne noch einen lauen Abend im Park verbracht, mit Rotwein und ein wenig Käse zur Nacht. Deshalb unser Tip: Mindestens zwei Nächte und auf alle Fälle im Frühling oder Herbst. Wenn die Umgebung von Beaune ihr schönstes Kleid trägt und die Touristen eher spärlich in Beaune unterwegs sind. 

Link zum Hotel: https://de.cedrebeaune.com/

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Casa Maria Modena

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Casa Maria Modea

Casa Maria Liugia – Paradies im Motorenlands

Man möchte wochenlang hier bleiben, jeden Moment einsaugen und aufschreiben, mit den Augen fotografieren und eigentlich so lange bleiben, bis es an Wirkung verliert, was unheimlich lange dauern kann. Aber es würde sich lohnen. Wir haben es zwei Tage getestet und gelernt, dass ein Paradies auch in kurzer Zeit seinen Zauber entfalten kann. 

Nahe Modena, dort wo man eher den Duft von Motorenöl, Auspuffsounds und meist sehr schnelle und rote Dinge um sich herum sehen kann, gibt es seit kurzem eine Oase des Handwerks, der Kunst und der Gastfreundschaft auf höchstem Niveau. Eine Villa inmitten eines Parks, der sich gegen jede Form der Massenmenschhaltung erfolgreich gewehrt hat. Zwei Spezialsten für die hohe Kunst der Kulinarik und der Kultur.

Lara Gilmore und Massimo Bottura haben eine Villa aus dem Koma erweckt, ihr Leben eingehaucht und einen Traum hinein gelassen. Wir haben diesen Traum erlebt, geträumt, genossen und uns oft genug gewundert. 

Ein Gebäude, recht einfach gebaut, klassisch aber nicht extrovertiert in der Wirkung, mit zwei Stockwerken und einem Saal, der morgens ein Frühstück bereit hält, dass den Gast, sei er noch so kompetent im Revier der Luxushotels, vor eine Aufgabe stellt, deren Lösung einiges an Wachsamkeit erfordert. Der Muffel unter den Frühstücklern sitzt hier reichlich orientierungslos am Tisch und bestellt den Kaffee und beobachtet. Ein Buffet, einer Warenpräsentation am morgendlichen Markt in Modena nicht unähnlich, wartet auf den Gaumen. Wer die übliche Buffet-Präsentation erwartet, wird vor eine Aufgabe gestellt. Die Auswahl ist riesig und bunt. Saisonale Spezialitäten, regionale Feinheiten, süß oder gesalzen. Man könnte stundenlang hier sitzen und probieren, lernen und geniessen. 

Casa Maria Liugia – Paradies im Motorenland

Dann der Spaziergang durch den kleinen, verträumten Park. Einzelne Häuser, Brunnen, Kunst, Grün und Leben. Lustwandeln und Abschalten. Auch deshalb, weil hier keine touristische Menge unterwegs ist. Ein Freund, eine Freundin schickt eine SMS. „Bin grad irgendwo, meine Casa bei Modena steht leer. Fühl´ Dich wie Zuhause.“ So ungefähr. Ein paar Gäste sind da, im Haupthaus, das man niemals so nennen kann, weil es eher die Sonne in einem System darstellt. Strahlen, wärmen, anziehen und die Umlaufbahn bestimmen. 

Da ist ein Raum, ein Buffet steht bereit. Je nach Tageszeit mit Kuchen oder Salat oder Kleinigkeiten. Im Kühlschrank sehr leckere Cremes oder Gesalzenes in Gläsern. Egal was. Der kurze Snack, das kleine Zwischendurch. Plus Getränke, natürlich Kaffee, Tee oder was auch immer. Eine Oase der Kommunikation und der Lust. Schon wieder dieses Gefühl von Zuhause, von Gastlichkeit. Die guten Geister der Küche füllen immer wieder nach. Der Geist einer wirklich feinen WG weht durch die offenen Fenster. Draussen Sonne, Grün, Emilia Romagna im Paradies-Modus.

Ein Rundgang mit Lara Gilmore. Kunstexpertin und mit einer feinen Hand für Farben, Formen und deren Balance ausgestattet. Kunst findet sich überall. Skulpturen, Gemälde, Mobiliar und alle Räume füllend, die Emotionalität, die so echt ist. Ein Stockwerk darüber die Zimmer, natürlich jedes mit seinem eigenen Gesicht, seiner eigenen Geschichte. Man sollte ein paar Tage bleiben, nur der Atmosphäre wegen.

Der Abend, das Diner. Dort, wo man in der Früh Nase, Augen und den Gaumen auf eine Reise schickte, stehen einfach Tische nun mit Besteck und Geschirr bereit. Die Küche, über uns im ersten Stock hat sich etwas ausgedacht. Neun Gänge, jeder eine Story, von Lara erzählt und vor unseren Augen angerichtet von Menschen, die uns wie Künstler vorkamen. Ob Teller oder Glas oder Schüssel. Man schaute hinein und begann zu lesen, zu deuten und den Gaumen in irgendeiner Weise auf eine Reise vorzubereiten. Bottura und seine Kollegen haben gezaubert. Farbe, Form, Geschmack, Geruch und auch Anordnung, jeder Gang eine Überraschung, ein Spannungsbogen der Kulinarik. Einen Gang können wir aufschreiben: „ Beautifull, phsychodelic, spin painted veal, charcoal grilled, glorius colors“. Unser Kommentar: betörend.

Unter https://casamarialuigia.com lassen sich Zimmer reservieren. 

Fotos: Casa Maria Luigia

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Palace Gstaad

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Palace Gstaad

Gstaad Palace – Eine Frage der Lust

Hoch oben, nach einer spannenden Anfahrt, empfängt der Doorman die Gäste. Die Drehtüre läuft, fast ohne Unterbrechung. Das Palace in Gstaad ist ein Magnet, wie eh und je. Moderner und klassischer als je zuvor. Wir haben das ausprobiert und auf dem Balkon ganz tief Luft geholt. 

Freitags, am Abend. Der grosse Saal mit diesem gigantischen Feuerplatz ist so voll, als hätte jemand sehr laut die Ankunft der Avengers angekündigt. Die Gäste, meist im Jungvolk-Alter, tragen Smoking, Abendkleid oder zumindest eine Jeans, deren Anschaffung im mittleren dreistelligen Bereich liegt. Man ist gut und sehr gut gekleidet, man ist bester Laune und das Feuer prasselt und duftet. Das Palace ist der Place to be. Als wäre die Zeit hinter der Drehtür stehen geblieben. Im positivsten Sinne. Direkt am Portal zum grossen Saal ein Schild mit der Aufschrift:

„Dress Code

Please leave your coats at the cloakroom

Gentlemen are requestetd to wear a jacket at the Grill, Bar du Grill and at la Veranada (Restaurant)

In the evenings T-Shirts, caps and ripped troussers are not tolerated“

Vorbei am Schild und der Mensch freut sich, weil es funktioniert oder sogar überflüssig scheint. Gutes Tuch plus echtes Leder um die Füße. Und kein BlingBling, oder sehr wenig. Man schätzt offenbar den ruhigen Stil. Ganz hinten, links neben dem Kamin, die Smoking-Lounge, welche ihresgleichen sucht. Mit Service, Literatur, Musik und besten, sehr wuchtigen Ledersesseln, Sofas und natürlich einer wunderbaren Aussicht. Was in Deutschland weitestgehend aus den Hotels verschwand, lebt in Gstaad putzmunter weiter. 

Die Reise durch den Palast gerät ins Stocken, weil man an der Bar kaum vorbei kommt. Single Malt, Cognac und alles andere, was dem Gaumen, auch dem kompetentesten, ein nachhaltiges, gutes Gefühl vermitteln kann, ist hier versammelt. Der junge Herr hinter dem Tresen liebt diesen Anblick. Wenn der Gast, zuerst eine Duft-, dann eine Geschmacksprobe nimmt, einen Augenblick verharrt und zufrieden lächelt. Das Feuer prasselt, man lehnt sich zurück, schaut den Menschen zu und findet sich selbst hier und da mit dem Glas in der Hand in der feinen Lounge. Zum Smalltalk oder zur schönen Aussicht.

Zeitgleich kommt die Drehtüre am Eingang kaum zur Ruhe. Familien reisen an, mit reichlich Gepäck. Kinder flitzen durch die Halle, mit Hund und dieser Neugier, die einem Kind fast alle Türen öffnen. Aus den kleinen Schaufenstern, hinter denen Schmuckstücke und exklusive Uhren ihre Aufwartung machen, werden durchsichtige Schatztruhen oder glitzernde Versprechen. Prinzessin sein der edler Held. Traumwelten zum Greifen nahe. Natürlich ein Geschäft, ein glänzendes.

Und dann im Zimmer mit Aussicht. Das Bett eine Einladung zur Reise ganz nah am Himmel. Mit einer ganzen Kompanie aus federweichen Kissen, eine Matratze, die dir sagt, dass der ganze Reisestress eine Illusion ist, die in ein paar Minuten aus dem geöffneten Fenster schwebt. Die Berge gegenüber funkeln weiss und wenn später die Dunkelheit über dem Palace liegt, hat irgendjemand die Beleuchtung der umliegenden Chalets angezündet. Lauter Dreiecke aus weissen Licht schmücken den Blick. Weiter oben die Sterne und vielleicht sogar der Mond. Ein lautloses oder besser stilles Feuerwerk.

Eine Erinnerung ist noch wach, lebendig. Die Auffahrt zum Hotel, das Portal, der Parkplatz. 2000 im Dezember. Das Auktionshaus Bonhams hatte zur Ferrari-Auktion geladen. Weihnachtsgeschenke der schnellen und teils sehr exklusiven Art. Das Feuer im grossen Saal wärmte den Körper und die Sinne. Überall Ferrari-Fans, Sammler, Enthusiasten, Journalisten. Sehr seltene, sehr begehrte Stücke wurden angeboten. Der Star: Ein 250 GTO, Le Mans-Sieger und im Originalzustand. Davor reichlich Formel-1-Rennwagen, Coupés, bildschöne Roadster, jede Menge Bücher, Plaketten, Aufkleber, Schlüsselanhänger und Schilder für die Garage. Der Auktionator hatte zu tun. Und dann die grosse, die ganz grosse Show. Der GTO rollte auf eine Bühne, daneben sechs oder sieben Menschen am Telefon. Eine Anzeigentafel für den Stand der Dinge. D-Mark, Schweizer Franken, US-Dollar und Französische Francs. Der Euro war noch eine Idee. 

Das Finale begann bei 10 Millionen Franken. Die Telefonleitungen glühten. Im Saal wurden Schilder der Bieter in Richtung Decke gereckt. Die Anzeigentafel kam nicht hinterher. In 500.000er Schritten rannte das Gebot nach oben. Wir von der Presse notieren die Zahlen. Mit 15 Millionen war zu rechnen, ab 18 wurden die Zahlen auf den Notizblöcken immer schwerer zu lesen. Die Fotografen schossen die Chipkarten voll, der Auktionator drehte den Kopf immer schneller von der Telefonbank zum Publikum. 22 Millionen? 23, 23,5 und dann die 24. Weltrekord. Der teuerste Gebrauchtwagen der Welt. Keine zwei Meter vor uns. Rot mit den typischen Kühlöffnungen in der Motorhaube. Im Palace Gstaad. 

Der Saal, in dem damals der Rekord aufgestellt wurde, sieht noch heute genau so aus wie damals. Und die 24 Millionen, damals an den Verkäufer nach Hongkong überweisen, sind noch immer spürbar. 

Ein Frühstück am Morgen, silbernes Besteck, feines Porzellan und ein Orangensaft, den man vermutlich aus frisch von Bam gepflückten Früchten gepresst, nein gezaubert hat. Das Brot, der Kaffee, die Croissants und die Konfitüre, alles frisch, alles lecker. 

Am 22. Juni eröffnet das Palace die Sommersaison. Bis zum 08. September werden dann Oldtimer auf vier Rädern die Berge und ihre geschwungenen Pfade belebt. Es soll reichlich Programm geben, Kultur, Wellness, Cheese, Chocolate und die Belle Epoche werden den Sommer beleben.

www.palace.ch

Fotos: Palace Gstaad

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Les Etangs de Corot

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Les Etangs de Corot

Les Etangs de Corot: Mitten im Grün

Ein Paradies direkt neben Paris, exklusiv und trotzdem ganz nah am Gast. Die Zimmer liebevoll und individuell eingerichtet, die Restaurants ein Gewinn für den Gaumen und die Atmosphäre so leicht und echt wie der eigene Garten nur sein kann. 

Morgens, der Kaffee ist ein echter Kaffee, das Croissant wurde wirklich frisch gebacken, der O-Saft tatsächlich frisch gepresst und die Vögel, deren Gesang aus den Bäumen und Büschen ringsum erklingt, sind tatsächlich echt. Keine Konserve. Wie alles hier im Les Etangs de Corot, einem Hotel, das man so eigentlich nicht nennen darf. Eine gute Viertelstunde von Paris entfernt, die Hektik der Stadt schüttelt man in der Lobby ab, das Gepäck verschwindet im Zimmer, der Wagen steht unten im Keller und der Weiher, direkt hinter dem Haupthaus, ist ein Sonnenschein mit Enten, Reihern und allem, was der Mensch für gute Laune so braucht.

Les Etangs de Corot ist die kleine, feine Oase bei Paris

In Ville-d’Avray, einem kleinen Städtchen zwischen Paris und Versalles gelegen, war früher der Impressionismus Zuhause. Jean-Baptiste Camille Corot zum Beispiel war ein über die Grenzen seiner Stadt bekannter und geschätzter Landschaftsmaler. Zwei seiner Werke, „Teich von Ville-d’Avray“ und „Waldeingang von Ville-d’Avray“ sind auch als Hommage an seine damalige Heimat zu verstehen. Heute leben hier rund 11.000 Menschen, die Seen oder Weiher bilden den Mittelpunkt und exakt dort, wo sich die Natur von ihrer besten Seite zeigt, steht das rund einhundert Jahre alte Gebäude, in dem der Mensch für einen kurzen oder längeren Augenblick seine Ruhe findet und gleichzeitig die Annehmlichkeiten eines Spitzenhotels geniessen kann.

Die Zimmer will man nicht Zimmer nennen. Eher Inseln. Das Mobiliar sorgsam ausgesucht. Farben und Formen spielen miteinander, ergänzen sich und sind doch gegensätzlich. Kontraste gehören zum Spiel, man möchte im Ohrensessel den Raum beobachten und merkt, dass man schon gefangen ist. Hotelzimmer, egal wie exklusiv sie auch eingerichtet sein mögen, sind Freunde auf Zeit. Hier will man bleiben, auch weil man den Blick aus Fenster schon vorher geniessen kann. Vögel zwitschern, Blätter klatschen mit ihrem Rascheln Beifall und der Duft aus der Küche steigt einem in die Nase. Man ist zu Besuch und man kommt immer gerne wieder vorbei.

Rémi Chambard kocht hier oder besser er holt seinen Stern vom Himmel und bereitet seinen Gästen eine kulinarische Wohltat, die man in drei Restaurants und vor allem im Garten oder im Innenhof geniessen kann. Vor allem unter freiem Himmel entsteht dann schnell der Eindruck, man erlebe hier ein Picknick auf allerhöchstem Niveau. Chamberd ist berühmt für seine leichte, natürliche und kreative Art des Kochens und Anrichtens. Weshalb dann der leichte Wein zum Nachtisch die beste Vorbereitung für den Kaffee mit Süssem Gebäck sein kann. Anschließend lockt der kleine See, der im Sommer wie eine versteckte Oase hinter dem Haus liegt und den man beim Diner immer nur durch kleine Lücken im Grün sehen kann. Die Wasservögel locken mit ihren Gesängen, ein paar mal sieht man einen Reiher vorbei fliegen und dann, wenn die Serviette gefaltet auf dem Rand des Tellers zur Ruhe kommt, wird der Stuhl nach hinten gestellt, man nimmt einen letzten Schluck Wasser und läuft hinunter an den See. Eine Runde zum Nachdenken, wenn das Hotel dann auf der anderen Seite des Sees durch die Bäume und Büsche schimmert, das leise Geklirre von Gläsern und Tellern, die akustischen Überreste von Gesprächen und ein wenig Musik wie eine Aufnahme aus einem romantischen Stück anmutet, dann kann man einen kleinen Einblick in die Zeit gewinnen, als hier am Teich von Ville-d` Arvay der Impressionismus eine eindrucksvolle Blütezeit erlebte.

Text: Ralf Bernert

Fotos: Les Etangs de Corot

Weiter Informationen, Preise und Verfügbarkeit finden Sie hier:

www.etangs-corot.com

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Jaguar E-Type S1 Coupe

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Jaguar E-Type S1 Coupe

Technik

Motor: 6-Zylinder Reihe

Leistung: 369 PS

Drehmoment: 353 Nm

Antrieb: Hinterräder

Getriebe: 4-Gang manuell

Top Speed: 240 km/h

0-100 km/h: 8,0 s

Maße/ Preis

Länge: 4.458 mm

Breite: 1.657 mm

Höhe: 1.219 mm

Leergewicht: 1.150 kg

Neupreis: 26.000,00 DM

Preis heute: um 100.000,00 Euro

je nach Zustand und Historie

Jaguar E-Type – Geburtstagsgrüße

60 Kerzen auf einer Torte und immer noch schlank und rank wie am ersten Tag. Der E-Type ist und bleibt eine Ikone. Und wenn das Getriebe noch so kreischte, wir hatten unseren ganz persönlichen Feiertag.  

Zwei in der Garage, beide rot. Beide Serie I, mit und ohne Moss-Box. Einer als Coupé, der andere ein Roadster. Reihensechszylinder, einmal 3,8 Liter, einmal 4,2. Jeweils 269 PS und 353, bzw. 384 Newtonmeter. Beide so unvollkommen und beide so vollkommen britisch. 

Markus Hecker, Händler und Liebhaber britischer Autos der Vor-Corona-Ära, steht da im Arbeitszeug. Er räumt einen Jensen beiseite, einen Alvis auch noch und dann kann das Coupé aus der Garage rollen. Erst noch das Häubchen hoch, Batterie anklemmen, Startknopf drücken, vorher Schalter umlegen, für den Zünder und dann grüssen sechs Zylinder in Reih und Glied aufgestellt den Rest der britischen Schar in Heckers wirklich großer Garage. Die lange, sehr lange Nase bewegt sich sehr langsam, fast schüchtern in Richtung Tor und Sonnenlicht. Wie eine Diva, der man zu viel Zeit in der Abgeschiedenheit eines ein wenig in die Jahre gekommenen Anwesens gewährt hat. Sie muss noch warm werden mit der Welt da draussen. 

Kurzer Stop an der frischen Luft. Motor aus und erstmal fragen, wie die Heckklappe geöffnet wird. Ganz einfach. Von Innen. Ein in Chrom gefasster, runder Hebel öffnet das seitlich angeschlagene Pforte in den sehr praktischen Raum hinter den Sitzen. Der E-Type als Alltagswagen. Kaum vorstellbar. Aber Realität. Der Beifahrer hebt den Arm, greift eine Kurbel und kurbelt. Der Himmel öffnet sich, zieht sich teilweise zurück. Ein Schiebedach gehörte damals nicht zum Inventar einer Serie I. Nachträglich eingebaut, im Jahr 1963. Ein britischer Spezialist bot es an. Und es ist dicht. Heute noch, nach Austausch einer Dichtung. 

Wir probieren das mal aus. Die ersten paar Meter sind einfach. Der Kupplungspunkt ist schnell gefunden, das Gaspedal reagiert spontan und auch historisch korrekt, also rein mechanisch. Das Lenkrad, ein Gebilde aus Holz, das man nicht einfach so bewegt, nein es ist diese sehr schlanke, filigrane Steuer, das man nicht aus den Fingern lassen sollte, denn jeder Ameisenknochen sorgt für spürbare Ausschläge am Volant und dann strebt der Brite nach links oder rechts. Und weil man Ende der 5oer das Wort Servolenkung fast nur im Vokabular von LKW-Chauffeuren auftauchte, heisst die Devise: Je langsamer, desto schwerer. Und das Steuer des E ist nicht nur bildschön, es ist auch ein guter Hebel. 

So ganz langsam steigt der Pegel, Celsius beim Wasser, beim Öl, im Blut des Fahrers, der Beifahrer gibt Anweisung zur Schaltung. Es fühlt sich an, als ob man zum ersten Mal mit dem Hund eines Freundes unterwegs ist. „Nicht zu fest ziehen“, „nicht zu viel Leine“, lass´ ihm mal ein wenig Zeit“. Und so weiter. Also wird der Kupplungsfuß zum besten Freund des Gasfußes. Beide spielen das Moss-Box-Spiel. Geschaltet wird per Doppel-Kuppeln nach oben plus Zwischengas nach unten eingefädelt. Das braucht seine Zeit, bis beide Füsse einander verstehen und die rechte Hand zu rechten Zeit mit dem richtigen Tempo den Hebel bewegt. Hektik und pure Gewalt sind des Oldtimer´s bitterste Feinde. Rhythmus und Ruhe sind ihre besten Freunde.

Unser Coupé, ganz in Rot gekleidet, Innen weiß oder elfenbein oder was auch immer. Der Wagen ist auch auf dem Schalterbrett mit Leder eingekleidet. Ganz frühe Exemplare wurden noch mit reinem Warzenblech ausgeschlagen. Das sah nach Flugzeug-Interieur aus und hatte diesen Touch des Sportlers, für den Komfort auch immer mit Verlust an Siegchancen gleichgesetzt wurde. Der 3,8-Liter-Motor ist bestens in Form. Ob er noch die ursprünglichen 269 PS an die Hinterräder schicken kann, wissen wir nicht, aber wir bezweifeln das deutlich. Wobei das heute keine Rolle spielt. Wir müssen nicht 240 erleben und Ampel-Rennen sind für einen E-Type Kinderkram. 

Es geht durch die Stadt. Ampel-Wandern. Der Kühler in Hochform und froh über einen Kollegen, den es erst seit drei Jahren vor dem Motor gibt. Original-Zustand-Fanatiker sind nicht erfreut, aber in den 60erm gab es keine Ampel-Orgien in unseren Städten. Der Lauf der Zeit und die erforderliche Aufrüstung als Schutz vor kochendem Kühlwasser machen manche modernere Technik unumgänglich. Es sei denn, man stellt das große E ins Museum. Genau das tun wir gerade nicht, im Gegenteil.

Der Jaguar darf raus. Lange Kurven sind sein Dessert. Mit Sahnehaube. Der Motor liefert ab 3.500 Touren Kraft an die Räder und Sound über die Abgasanlage. Es brummt, es wummert, wes dröhnt, es singt. So wunderbar lebendig, so sportlich motiviert, so klassisch und so ehrlich. Die Nase, länger als mancher Kleinwagen, zieht die kleine, enge Kabine hinter sich her, die Hände am Steuer, immer wieder schalten, immer wieder das Zeremoniell, langsam, behutsam Kupplung, Gang raus, Kupplung raus, wieder Kupplung rein, den Hebel nach vorn drücken, ohne Gewalt, ohne Hektik und die Kupplung wieder raus. So geht das ständig. Es ist diese Art der Zweisamkeit, wenn du alleine im E-Type sitzt und Dir der Wagen seine ganz eigene Geschichte erzählt. 

1961, im März, von Bob Berry, dem PR-Chef von Jaguar, hetzt in einen E-Type von England in die Schweiz. Der Genfer Autosalon öffnet in ein paar Stunden seine Tore und der in Gunmetall-Grey lackierte Jaguar soll das Publikum in seinen Bann ziehen. Berry tritt dem Gaspedal heftig und nachhaltig ins Kreuz, das Coupé mit dem Kennzeichen „9600 HP“ rennt los und erreicht den Salon rechtzeitig. A Star is born. Wir kennen den Rest. Auftragsflut, was klar ist, denn für 26.000,00 DM bekam man nicht nur ein bildschönes, sondern auch ein sehr schnelles Auto. Vergleichbare Angebote gab es nicht. Tempo 240 in einem rollenden Sexsymbol war für dieses Geld nicht zu bekommen.

Umstieg in den Roadster. Ohne Moss-Box. Das, nach heftiger Kritik der Kundschaft, erste Getriebe im E wurde gegen eine komplett synchronisierte Eigenentwicklung ausgetauscht. Vier Gänge, leichtgängig, sauber zu sortieren. Die Bremsen wurden verbessert, mehr Ausdauer beim Verzögern war bitter nötig. Die Sitze jetzt deutlich bequemer. Und ein Verdeck, dass mit wenigen Handgriffen entriegelt ist und dann mit Schwung hinter die Sitze wandert. Frischluft plus Sound. Man erlebt das große E mit anderen Augen, anderen Ohren. Immer noch 269 PS aber entspannter, weniger Sport, mehr Ruhe im rechten Fuß. Der Langhuber ist im Roadster auf einer anderen Reise. Drehzahlen ja, aber ohne die ganz große Lust auf Speed. Die Lenkung des schmalen Wagens, er misst gerade mal 1,67 Meter, ist erstaunlich präzise. Davon abgesehen, ist das schlanke, hölzerne Steuer eine Wohltat für Hand und Auge. 

Überhaupt, das Auge. Selten hat ein Automobil unserem Auge derart reichlich Grund zur Aufmerksamkeit geschenkt. Nicht nur, weil dieser Jaguar eine ästhetische Ausnahmeerscheinung war und ist. Es lag sicher auch am Umfeld, dass das große E wie eine Blume auf einem Kartoffelacker leuchten liess. Und heute sorgt unser Roadster, in Rot gekleidet, für einige Aufmerksamkeit, was einerseits an seiner Exklusivität liegt und zweitens am Vergleich mit Produkten unserer Zeit. Nein, schwer hatte es dieser Brite nie. Er war und ist ein Auto für´s Auge.

Bei der Technik können wir nicht viel Lob aufschreiben. Der E-Type war ein Produkt großer Hektik und Unsicherheit im Hause Jaguar. Der Vorgänger, XK 150, war ein Kind der Nachkriegszeit. Die 70er klopften laut und unnachgiebig an die Tür, ein Hersteller wie Jaguar musste den Sprung in die Ära der Massenproduktion schaffen. Und das war nicht einfach. Außerdem wagten sich die Briten mit dem E in ein Revier, dass von Motorsport-Größen wie Ferrari und Porsche beherrscht wurde. Der E glänzte mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das zunächst unschlagbar schien. Und es war teuer erkauft. Die ersten Fahrzeuge machten das deutlich. 

Die Bremsen zu schwach und nicht standhaft. Die Sitze zu unbequem, der Innenraum zu eng, das Getriebe konnte den Erwartungen nicht gerecht werden, weil nur teilweise synchronisiert. Die Verarbeitung generell nicht wirklich überzeugend, die Verbindung von Vorderwagen und Kabine sorgte bei Unfällen für verheerende Schäden. Es dauerte, bis man bei Jaguar die wichtigsten Mängel beseitigen konnte. Es wurden neue Varianten angeboten. Ein 2+2-Sitzer mit längeren Radstand sorgte für mehr Fahrkomfort, der Fahrspaß litt darunter. Mit der Serie III dann der komplette Wandel zum Cruiser. Der schwere V12 unter der Haube sorgte für deutlich spürbare Mängel der Balance. Ein frontlastiger Sportwagen war in Europa kaum verkäuflich, der US-Markt, für den der V12 im E landete, war der anvisierte und dann auch wichtigste Markt für den charismatischen Sportler aus Coventry. Die Verkaufszahlen zeigen dann auch, dass der Schritt in die USA richtig war. 

Ein paar Infos, wie man sich dem E-Type als potenzielle/r Kunde/in nähert:

Drei Dinge sind elementar:

  1. Zeit
  2. Geld
  3. Ahnung

Zeit, klar. Es gibt ausrechend gute und interessante E-Typen. Wer als Verkäufer Hektik und Stress verursacht, weil da ja noch der Kunde aus Düsseldorf ist, der schon mit Bargeld wedelt, ist nicht ernst zu nehmen. 

Geld, auch klar. Der Kaufpreis plus kleine und große Arbeiten. Das geht locker in Richtung 150.000,00 Euro. Und echte Spezialisten für britisches Eisen sind nicht selten aber oft recht teuer. 

Ahnung, ganz klar. Vorher nachdenken, lesen, den Jaguar-Club aufsuchen. Fragen, zuhören. Unbedingt Probefahrt. 

Fotos: Ralf Bernert / Jaguar

Fahrzeuge: www.vanbargen.de

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Cars and Comic

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Cars and Comic

Auto:

Simca Oceane Cabriolet, 1959.

Comic:

Aventures de Jean Valhardi, 1963

Autor:

Jije

Verleger:

Dupuis

Auto:

Peugeot,203 Berline 1954

Comic:

Aventures de Mar Jaguari, 1957

Autor:

Tillieux

Verleger:

Dupuis

Auto:

Talbot T26, Monoplace Grand Prix 1948

Comic:

Aventures de Spirou et Fantasio, 1952

Autor:

Franquin

Verleger:

Dupuis

Auto:

Lancia Aurelia B20 GT, 1956

Comic:

Mauro Caldi, 1990

Autor:

Constant Lapiere

Verleger:

Homanoids Assecies

Hier noch ein paar Eindrücke, die Bilder lassen sich vergrössern,

Cars and Comic

Paris im September 2004

Tim und Struppi haben einen, Gaston konnte nicht ohne ihn, Batman war ohne völlig hilflos und Wernäää Brösel wettet sogar in regelmäßigen Abständen auf ihn. Auf dem Pariser Autosalon wurde der ganze Stolz zahlreicher Comic-Helden eindrucksvoll zur Schau gestellt.  

Was wäre Donald Duck ohne seinen roten Flitzer mit der Zulassung „313“. Seine wilden, rasanten Fahrten durch Entenhausen sind für Comic-Fans so legendär, wie Steve McQueen’s Jagd durch San Francisco. Wrummm, Roarrrr, Brummmm. Egal ob V8, Rasenmähermotor oder Düsenantrieb, die Fantasie der Zeichner versetzte Comic-Helden und ihre Fans gleich scharenweise in Verzücken.

Dabei stand die Einbildungskraft der Createure nicht immer im Mittelpunkt. Zahlreiche papiergewordene Helden pilotierten gekonnt (oder auch nicht) gezeichnete Modelle. Die Vorlieben der Zeichner wurden dabei oft genug zum Vorbild genommen. Der französische Zeichner Thierry Cailleteau zum Beispiel wurde von seinem Vater nach Le Mans mitgenommen und dort vom Auto-Virus infiziert. Seine Leidenschaft entfachte eine Cobra, die sofort in einem Comic aus seiner Feder zum Leben erweckt wurde.

Hergé’s Helden Tim und Struppi dürfen gleich einen ganzen Fuhrpark bewegen. Die Palette an gezeichneten Realitäten reichte vom Citroen Torpedo über Opel Olympia bis zum Mondfahrzeug aus dem Apollo-Programm. Und wer erinnert sich nicht an den legendären französischen Rennfahrer Michael Vaillant, der lange vor Michael Schumacher die Formel-1 beherrschte und ganz nebenbei noch spannende Abenteuer erleben durfte. Der Enthusiasmus der Fans ist noch heute ungebrochen. Wer mit genügend Kleingeld und nostalgischen Motiven ausgestattet ist, findet bei Comic-Börsen oder bei Ebay ausreichend Gelegenheit seine Jugend-Literatur wieder in den Bücherschrank zu stellen.

Wer allerdings einmal Comic und Realität direkt neben einander erleben wollte, hatte auf der dieser Pariser Automesse eine seltene Gelegenheit dazu. Unter dem Stichwort „Operation Jugend“ stellten Festival BD d’Angouleme, Caisse d’Epargne, RTL und TF1 39 gezeichnete und echte Autoträume vor. Wir waren dort und haben mit einer Digi-Cam ein paar Fotos gemacht. Sie sind nicht sehr gut aber aussagekräftig. 

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Rallye Mini

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Morris Mini Cooper S Rallye

Morris Mini Cooper S Rallye – An Bord einer fliegenden Legende

1967, der Finne Rauno Aaltonen und sein britischer Co-Pilot Henry Liddon, jagen einen knallroten Mini zum Sieg bei der Rallye Monte Carlo. Fast fünfzig Jahre später, drei Tage an Bord des Rallye-Mini, die man so schnell nicht vergisst. 

Ganz am Anfang, 1958, sitzt der Ingenieur Alec Issigonis an einem Tisch, er nimmt einen Stift und zeichnet eine grobe Skizze auf die Tischdecke. Man erkennt ein Auto, ein sehr kleines Auto. Den Mini in seiner ganzen Pracht. Die Welt des Automobiles soll möglichst vielen Menschen erschlossen werden, ein internationaler Konflikt katapultiert den Ölpreis in ungeahnte Höhen, der Benzinpreis stieg natürlich mit und damit wurden kleine, sparsame Autos zum Türöffner in die Massenmotorisierung. In Italien erblickte der charmante Fiat 500 mit Kulleraugen das Licht der Welt, fast gleichzeitig stand der Mini auf seinen Rädern und mit ihm entwickelte sich ein Kult, der bis heute anhält. Aus der Not geboren und bis heute eine Kultfigur.

Der Mini war anders und er ist es noch heute. Die Akustik, das Raumgefühl, der Vortrieb. Vier winzige Räder ganz weit aussen an den Ecken, das Motörchen füllt den kompletten Raum unter der Fronthaube, der Mini bietet vorn und hinten soviel Raum, dass man meint, man sitzt in einer Folterkiste. Menschen deren Körper die Länge von 180 Zentimetern überschreitet, müssen sich mit Human-Origami auskennen und das alles bei voller Wirkung sämtlicher physikalischer Gesetze. Die Natur scheint bei Autos wie dem klassischen Mini erbarmungslos gründlich vorzugehen. Jede Bodenwelle, jede Kurve und jede unerwartet rote Ampel verschiebt die Sitzposition nachhaltig. Und doch wischt eine Fertigkeit dieses Kleinwagens alle negativen Begleiterscheinungen aus dem Kopf. Das Fahrgefühl oder Cart-Feeling. Kein anderer Wagen dieser Kategorie verwandelt eine Runde durch die langweiligste Ortschaft der Welt in eine Vergnügungstour, jede Biegung wird zur Schikane einer Rennstrecke, jede Gerade, sei sie auch noch so kurz, ist eine Startbahn und das Radio bleibt aus, weil die Musik aus dem Endrohr so ehrlich und sauber klingt wie ein Unplugged-Konzert von Eric Clapton.

Eine ganz andere Art des Vergnügens bietet unser Test-Exemplar, der Morris Mini Cooper S Works Rally, eine 1:1-Kopie des Rallye-Monte-Carlo Siegerwagens aus dem Jahr 1967. Die Sitze bieten so viel Seitenhalt wie ein sehr preiswerter Küchenstuhl, der Beifahrer hält mit der rechten Hand das Roadbook zur Navigation und mit der Linken umklammert er einen Hanfgurt, der oben am Dachholm mit zwei Aluminium-Schrauben befestigt ist. Nach sechs oder sieben Stunden Fahrt, braucht er gute dreißig Minuten bis er den Arm wieder halbwegs schmerzfrei bewegen kann. Der Fahrer, noch ein wenig benebelt von den Benzin-Düften im Innenraum faltet seine Beine auseinander, er klettert aus dem Innenraum und er hört schlecht. Dämmung kostet Gewicht und der Spezial-Mini sollte nicht nur wenig sondern auch schnell sein. Was er auch ist. Wir haben gut 300 Kilometer hinter uns gebracht und dieser besondere Mini hat uns gezeigt, was man aus einem klassischen Mini so alles heraus holen kann.

Das kleine, britische Gefährt flog durch die engsten Kurven, als wäre er auf Schienen unterwegs, sein knackiger Hintern war stets bemüht dem vorderen Teil des Wagens zu folgen, die winzigen Räder boten zwar genug Traktion, aber immer wieder schlichen sich zwischen Asphalt und Reifen ein paar Zentimeter Luft, was dem Publikum der Hamburg-Berlin-Classic, deren Teilnehmer wir waren, so richtig gut gefiel. Unser kleiner Brite war in fast jedem Ort ein sehr gern gesehener und gehörter Gast, was sicher mit dem Image des klassischen Mini zusammen hängt. Drei Tage in dieser roten, schreienden und oft fliegenden Kiste, wir stiegen aus und reanimierten unsere Gelenke, Wirbel und andere Scharniere im Körper. Es war eine Höllentour mit dem Kleinen und eine wunderbare, freudenspendende Erfahrung. Mini extrem sozusagen. 

In den Jahren 41 Jahren bis zum neuen Mini unter BMW-Führung, saß so ziemlich jeder einmal in einem Mini. Vom bettelarmen Student bis zum Bankpräsident. Der Mini war und ein klassenloses Auto, eine Man konnte ihn in allen Varianten kaufen. Vom klassischen Hatchback bis zum Pickup. Er war robust, preiswert in Anschaffung und Unterhalt, er lieferte ein Fahrerlebnis, das man ohne Übertreibung sportlich nennen darf. Hollywood-Größen wurden in den winzigen Wagen gesetzt. Mr. Bean alias Rowan Atkinson lieferte sich so manche Schlacht mit dem Be- oder Entladen des Briten, Bud Spencer schlängelte sich elegant im Film „Plattfuß in Afrika“ in den Zweitürer und im Jahr 2016 war Robert de Niro in seinem Film „Dirty Grandpa“ in einem klassischen Mini unterwegs. 

Klassische Mini sind auf dem Markt reichlich unterwegs. Die Preise für einen einfachen Hatchback (Standard-Karosserie) variieren, je nach Zustand, zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Rost ist ein Thema, die Elektrik spielt vor allem bei feuchter Luft gerne verrückt. 

Technische Daten des Morris Mini Cooper S Works Rally

Produktionszeit: 1959 – 2000

Motor: Vierzylinder Reihe

Hubraum: 1.275 ccm

Leistung: ca. 100 PS

Gewicht: ca. 620 kg

Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h

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Koeng Rilye

Exclusive-Life

Rileye2.5 Walter Koeng

Walter Köng – Riley 2.5

Irgendwann um 2005 in St. Moritz. Während einer Oldtimer-Veranstaltung fällt uns ein Zweitürer auf. Irgendwie british, irgendwie anders und auch irgendwie sehr, sehr selten. Wir sprachen mit dem Besitzer. 

zuerst das: Im Jahr 2005 waren gute Digitalkameras Mangelware. Vor allem in Redaktionstuben der ganz frischen Art. Die Fotos des König Riley wurde mit eben einer solchen realisiert. Wir schreiben „sorry“ wegen der Qualität.

Das British Classic Car Meeting in St. Moritz zählt zu den größeren, etablierten Oldtimer-Events in der Schweiz. Clubs der britischen Marken sind eingeladen, von Rolls-Royce bis Mini, von Bentley bis Morris sind im Grunde alle Marken vertreten. Auch Riley ist dabei. Nur dieser Wagen, beige und sehr elegant, trägt keine Teilnehmer-Nummer und steht am Straßenrand. Der Event-Kommentator ruft den Besitzer dieses Wagens aus und dann steht ein Ehepaar plus winzigem Pudel vor uns. 

Walter Köng habe dieses Coupé geschaffen, so der Besitzer. Ein Einzel- und Erbstück. Die Frage, ob wir uns das gute Stück einmal in Ruhe ansehen dürfen, wurde vom Pudel beantwortet. Er setzte sich deutlich sichtbar auf unseren rechten Fuß und schaute das Paar erwartungsvoll an. Wir durften. Und wir erfuhren, dass das Coupé, ein Riley 2.5 RMB, als Basis diente. Köng baute den Wagen nach seinen Vorstellungen um. Besonders auffällig gerieten die beiden Dachschalen aus Glas, jeweils abnehmbar und die vorderen und hinteren Stoßfänger, die mit edlem Mahagoni-Hölzern verkleidet sind. Die hinteren Radhäuser zum Teil verkleidet, zwei Tankstutzen, der Innenraum komplett in Rot beledert und die Einstiegsleisten ebenfalls mit Mahagoni verziert. Das komplette Coupé ein typischer, weil sehr eleganter, Köng. Der Besitzer, ein sehr guter Freund des schweizer Designers, erzählt weiter, dass Köng den Wagen verkaufen wollte. 40.000 Schweizer Franken, 1949 war das eine sehr stolze Summe. Zu stolz. Es fand sich kein Interessent. Köng behielt das Auto, in das er knapp 3000 Arbeitsstunden gesteckt hatte. 

1989 verstarb Walter Köng, in seinem Testament bestimmte der Schweizer, dass der jetzige Besitzer das Einzelstück erben sollte, einen Verkauf des Wagens untersagte er. 

Zu Walter Köng: Spezialkarosserien auf Basis von Bentley, Mercedes, Cadillac oder Delahaye waren sein Markenzeichen. Walter Köng stieg 1935 in das Unterehmen seines Vaters Alfred ein, der zunächst als Kutschbauer, später als Karosseriebauer für Privatkunden und die schweizer Post arbeitete. Walter Köng absolvierte eine Ausbildung zum Karosseriebauer, arbeitete zunächst für die Carrozzeria Italiana Cesare Sala in Maiand und für Louis Gallé in Paris, ab 1929 für Chrysler und Packard. Zwischen 1935 und 1989 karossierte und restaurierte Köng diverse Fahrzeuge von Bentley, Mercedes, Bugatti und Delahaye. Zudem gehen ein paar Krankenwagen auf sein Konto. Er fertigte für den schweizer Hersteller Martini und auf Basis eines Cadillac einen Krankenwagen. 

Walter Köng verstarb 1989, sein Unternehmen wurde 2002 aus dem Handelsregister gelöscht.

Quelle: Wikipedia

Fotos Riley: Ralf Bernert

Portraitfoto: unbekannt 

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Porsche 928 GTS

Exclusive-Life

Porsche 928 GTS

Technik

Motor: V8 Saugmotor

Leistung: 350 PS

Drehmoment: 500 Nm

Antrieb: Hinterräder

Getriebe: 5-Gang manuell /4-Gang Automatik

Top Speed: 275 km/h

0-100 km/h: 5,7 s

Maße/ Preis

Länge: 4.520 mm

Breite: 1.890 mm

Höhe: 1.282 mm

Leergewicht: 1.620 kg

Neupreis: 178.000,00 DM

Preis heute: um 100.000,00 Euro

je nach Zustand und Historie

Porsche 928 GTS – Volle Hütte

Als der 928 sein Ende schon mit Standlicht sehen konnte, wurde noch einmal kräftig aufgerüstet. 350 PS, 500 Newtonmeter und das alles so souverän, als wäre das vollkommen normal. Was erzählt ein 928 GTS auf einer kurzen Ausfahrt? 

Alles drin, alles dran. Der Dienstwagen des Vorstandschefs soll, ja er muss, die Spitze des Ganzen symbolisieren. Oder man gibt den Möbel-Chef und rollt in einem klapprigen VW auf den Hof, das ist dann das andere Symbol. Wendelin Wiedeking´s Dienstwagen steht da und ist bereit für ein paar Stunden Lust und Erinnerung. Der Spoiler am Ende der viereinhalb Meter zeugen vom Status dieses Porsche. Und dann ist da noch das durchlaufende rote Band am Heck, das wir in modernerer Form an allen neuen Porsche so mögen. Es war die Speerspitze am Ende der Zeit und Herr Wiedeking wollte alles, was geht in seinem Dienstwagen sehen. Ein Fax, eine Microwelle oder eine schicke Bar mit Gin und Tonic gab es nicht. Auch die Rahmengenähten fanden keine Nische im Kofferraum. Aber dafür dieser sehr starke V8 ohne Turbo und dazu bester Teppich, exquisites Leder mit den besten Nähten, als hätte man diesen Wagen zur ersten Polsterei in Stuttgart gebracht. Dabei wäre das noch nicht mal notwendig. Porsche konnte das auch im Werk und dieser spezielle 928 wurde sicher so wie alle anderen im Werk gebaut. Nur eben vor der Übergabe noch mal geprüft, mit scharfen Augen. Für den Chef und seine Botschaft. 

Wir sehen das Zündschloss rechts des Lenkrades, wir erinnern uns an 356er, die den Startknopf ebenfalls rechts tragen. Dass man für die wichtige Sekunde in Le Mans den Startknopf nach Aussen setzte, ist sicher wahr. Wir halten vor dem Einstieg den Schlüssel in der linken Hand, was uns als aktive Nicht-Auskenner qualifiziert. Zumindest in diesem Bereich.

Wenn der V8 läuft, zum Leben erweckt wird, ist die Frage nach der Lage des Zündschlosses so wichtig wie die Information zum aktuellen Verbrauch dieses Klassikers. Er summt fast, 5,3 Liter Hubraum sorgen für diesen Ausdruck von Zufriedenheit. Mehr muss nicht sein, der Ritt auf der Kanonenkugel war Münchhausens Traum, im 928, vor allem im GTS, sitzt man derart bequem, es sollen nun 350 PS, oder was davon übrig ist, ihres Amtes walten und uns eine Idee vermitteln, wie man nach Dienstschluss den Weg ins eigene Heim fand. Je nach Lage. 

Fahrbericht Porsche 928 GTS – Mach´ mal halblang

Entweder die letzte Sitzung war ein Totalausfall an Kreativität und Professionalität. Dann sollte der Dienstwagen nun nach vorn rennen und jede blöde Fliege, die der Kühleröffnung zu nahe kam, unvermittelt ins Nirvana stürzen. Ins Nichts führende Meetings sind auch für den coolsten Boss eine Quälerei. Deshalb 350 PS, im 928 sind diese doppelt schön, weil flexibel einsetzbar. Leger dosiert, den Berg hinauf mit mehr als ausreichend Luft in den Lungen, jede Kurve eine Fingerübung und dann, wenn der Meeting-Stress dir den Atem raubt, werden die 350 zur wilden Sau. Ach das hat uns dieser spezielle GTS erzählt.

Anfangs, die kleine Rechtskurve noch sehr vorsichtig nach vorn laufend. Die Lenkung ob ihrer Dienstfähigkeit überprüfend nähert sich die Hauptstrasse. Blinker, Bremse, Ausschau halten und dann, ein wenig zu forsch, dem Gaspedal erklären, dass man nun hurtig los fahren möchte. Der V8 antwortet mit einem „noch zu früh, mach mal halblang“. Man rollt also weiter, durch ein Kaff. Vorbei an Metzgern, Bäckern und einer Tankstelle. Ortsausgang, Tempo 100 ist erlaubt und wird dann auch sehr schnell erreicht. Das alles in aller Ruhe. Der Teppich, das Leder, die ganzen Knöpfe und Schalter um einen herum. Das teils mit Holz ummantelte Volant, so jungfräulich. Nur zwei Druckschalter für die Hupe. In der Mitte der riesige Wahlschalter, auch mit Holz veredelt, weiter oben ein Monitor ohne Apple CarPlay oder sowas. Fast gemütlich anmutend, heimelig. Oase, auch dank der sehr guten Dämmung und, natürlich, der enormen Laufruhe des Motors. 

Die ersten Kurven tauch auf, Lockrufe, die bis zum Gasfuß durchdringen. Der V8 und seine Säfte, die Bremsen, die Reifen und überhaupt der ganze Wagen, alles ist im Dienst. Also Bremse, fast anhalten, Schaltstufe Zwei und los. Das Haupt ein wenig nach oben gereckt, als wollten die Luftöffnungen ein wenig mehr Abstand zum Asphalt und damit frischere Luft inhalieren. Die Kräfte des Wagens treiben ihr Spiel, durch das Schiebedach dringt reichlich Luft in den Wagen, es rauscht von oben und der Asphalt fliegt vorn rein und weiter hinten wieder raus. Dynamik pur in Verbindung mit dieser Ruhe des Selbstverständlichen. Lässig, leger, cool. Ein paar mal wiederholt sich diese Prozedur. Nach langweiligen Meetings, genau die richtige Kur. 

Dann durch die Kurven, das Fahrwerk testen. 1600 Kilo plus zwei Erwachsene. Der Wagen hält die Spur, die Lenkung sehr exakt, das Heck nur bei deutlichem Lupfen ein wenig aus der Reihe wollend. Aber sonst, sehr stabil, sehr sauber, sehr souverän. Auch bei Kehren, die ein wenig zu optimistisch angelaufen werden. Der Porsche zieht auch enge Bahnen, exakt wie ein Satellit um die Erde. 

Autobahn, 130 in Österreich. Fugen. Rillen, kleine Hügel und tückische Löcher im Asphalt. Eine kleine Übung für den stärksten aller 928. Nach einer Sitzung im Vorstand, die positiv, erfolgreich oder zumindest ok war, ist der Dienst-Porsche eine Wohltat, eine Insel der Fortbewegung. Die Sitze super bequem, die Musik findet sehr gute Lautsprecher als Ausdruck einer sorgfältigen Auswahl der Ausstattung. Das Beste wird der Chef gewollt haben und er hat es auch bekommen. 275 km/h in der Spitze, wenn die Concorde rief, in Paris und jede Minute zählte. Der 928 sollte den 911 beerben, was er nicht tat. An den Qualitäten des GTS kann es nicht gelegen haben. Vermutlich an den zwei Seelen in der breiten Brust. Heute ist der 928, vor allem in der GTS-Version, ein begehrter Wagen. Damals, Mitte der 90er, als die letzten vom Band liefen, war er ein Abschiedsgeschenk. Vom Panamera sprach damals niemand. 

Impressum

BMW M1

Exclusive-Life

BMW M1

Technik

Motor: R6 Mittelmotor

System-Leistung: 277 PS

System-Drehmoment: 330 Nm

Antrieb: Hinterräder

Getriebe: 5-Gang manuell

Top Speed: 260 km/h

0-100 km/h: 5,6 s

Maße/ Preis

Länge: 4.539 mm

Breite: 1.824 mm

Höhe: 1.138 mm

Leergewicht: 1.430 kg

Neupreis: 100.000,00 DM

Preis heute: um 800.000,00 Euro je nach Zustand und Historie

Fahrbericht BMW M1 – Donnerkeil im Karussell

Nun denn, die rechte Hand liegt auf dem Schalthebel, der linke Fuß schwebt locker über dem Kupplungspedal, der Gasfuß will unbedingt nach unten und die Augen fixieren das graue Asphaltband da vorne. Die Nordschleife und der M1 oder wie man die Grüne Hölle in einem Flachmann überlebt. 

Allein der Einstieg ist eine Sache für sich. Wie komme ich aus dem leicht über einen Meter hohen Wagen wieder raus? Auf allen Vieren? So kurz vor dem Start in die wildesten Windungen der Vulkaneifel sind Fragen zum Thema Körperhaltung und Ästhetik nicht wirklich relevant. Ich sitze auf dem Fahrersitz einer Legende, allein und ohne doppelten Boden. Auf mich warten knapp 21 Kilometer mit 73 Kurven, etlichen Sprunghügeln plus Karussell und eine hohe Acht mit Aussicht. Die Reifen sind schön warm. Motoröl, Wasser und alles, was den BMW am Leben hält, wurde vorab gecheckt. Der erste Gang liegt hinten links. Ich bin dann mal weg und in hoffentlich 100 Minuten wieder da. Zehn Runden Nordschleife im M1. 

Die Nordschleife ist das Trainingslager des M1, hier wurde der Supersportler durch die Mangel gedreht, bis über die Grenzen belastet, zerlegt, wieder zusammen gebaut. BMW´s Motorengott Paul Rosche hat den Antrieb geliefert, ein grandioser Reihensechszylinder. Auf dem Gitterrohrrahmen sitzt eine Kunststoffhülle, die Nase so flach wie ein Keil, der Hintern knackig und dank der Jalousie so extravagant zugleich. Die beiden BMW-Logos, jeweils links und rechts, passen wie zwei Fäuste auf zwei Augen. Im Innenraum dann die Ernüchterung. Aussen der Italiener, innen der Teutone. Es ist eng, es ist schwarz, es ist laut, die Pedale so eng beieinander, man sollte Ballettschuhe tragen. Genau so sollen Sportwagen sein. 

Fahrbericht BMW M1 – Wie ein Jüngling nach dem ersten Kuss

Der Motor läuft, erster Gang, Kupplung kommen lassen, Gas und los. Die ersten Meter, die ersten Kurven, der BMW will weit mehr, als ich kann. Die 277 PS treiben den Bayer immer weiter nach vorn, der 6-Zylinder jubiliert ab 3.500 Touren wie ein Jüngling nach dem ersten Kuss im Kino. Der Heckantrieb läßt den Hintern hier und da in Richtung Leitplanke flanieren, die Lenkung ist unglaublich präzise, die Bremsen ein Gedicht und so allmählich werde ich warm mit diesem Wunderwerk der späten Siebziger. Es grinst sich leichter, wenn du weißt, dass es noch besser, noch schneller wird.

Hinein in die Fuchsröhre, jener Abschnitt der Nordschleife, in die man hinab fliegt und ganz weit unten dann so dankbar ist, dass das Frühstück nur aus einer Banane bestand. Der M1 rennt los wie ein Jagdhund auf Speed, immer schneller, immer lauter, bis dann im fünften Gang die Döttinger Höhe durchflogen wird. Hier ruht sich der Fahrer aus, ein paar Momente der Entspannung und die Runde fängt wieder an. Diesmal die Schikanen aus drei Kurven richtig ansetzen. Der M1 erinnert sich an seine Kindheit, die unzähligen Runden mit Marc Surer, der damals dem M1 als Testfahrer alles abverlangte und der mir erzählte, dass man dem M1 unbedingt eine Frontschürze verpassen solle. Weil der BMW vorn gerne zu leicht wird und das macht sich in langen, schnellen Kurven unangenehm bemerkbar. 

Heute ist Geburtstag, heute wird gefeiert. Sie haben Bücher über ihn geschrieben, Lieder komponiert, Reden gehalten und sie haben ihm eine Rennserie geschenkt. Procar. Der M1 im Rennanzug, mit bis zu 800 PS. Im Vorprogramm der Formel-1 und alle sassen drin. Niki Lauda, Nelson Piquet, Marc Surer, Jochen Mass, Carlos Reutemann und so weiter. 

Mein roter M1 rennt und rennt, die leicht hakelige Schaltung war nur am Anfang ein kleines Problem. Jetzt läuft der Schalthebel fast von selbst durch die Kulisse. Der Motor ist in seinem Element, die Drehzahlsprünge werden mit dem Sound des Treibwerks bestens untermalt. Man wird so langsam eins mit dem M1 und der Sportler aus München hat seine Freude. Vielleicht stammt der Claim „Aus Freude am Fahren“ genau aus solchen Momenten. Die letzte Runde, abkühlen. Für Mensch und Maschine. Schaufensterbummel in der Eifel. Jetzt weiß ich, weshalb so viele Menschen, jedesmal wenn BMW einen Sportwagen ankündigt, einen neuen M1 herbei sehnen. 

Aussteigen. Halbwegs elegant und lässig. Nochmal eine Runde um den Wagen. Damals musste man 100.000,00 Mark hinblättern. Heute werden leicht 800.000,00 Euro verlangt. Wer ernsthaft einen kaufen will, sollte genau hinschauen. Auch wenn die Technik sehr robust und langlebig ist, der Rahmen kann rosten. Viele M1 wurden in Procar-Optik verwandelt. Ein Rückbau ist extrem teuer. Der M1-Club kann helfen. Und wie bei allen Klassikern hilft: Zeit, Ahnung und Geld. 

Fotos: BMW 

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