Ballsaison in Wien

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Ballsaison in Wien

Rolls-Royce Wraith: Outstanding

Wolfgang Amadeus schaut zum Himmel und zählt die Sterne. Bei eintausend hört er auf, draußen ist es schon lange hell. Die Gassen hier in Wien sind zu Adern des modernen Lebens geworden, vor ein paar Stunden schlenderte man vielleicht noch von einem Ball zum nächsten. Die Tanzschuhe vom ewigen Walzer noch lauwarm, ein Rest von Champagner kitzelt den Gaumen und der erste Braune gesellt sich dazu. Die rote Tram übt sich in Nostalgie und ziert das Regierungsviertel. Dazwischen ein ganz besonderes Gefährt. Zu Besuch wie es scheint. Ein Brite. Ein ganz besonderer Brite.  

Wien, am frühen Morgen,2013

Der Fotograf auf dem Motorrad swingt zwischen den Ins-Büro-Fahrern hin und her. Wien ist morgens um acht voller Menschen und Autos. Der Wraith würde nicht weiter auffallen. Ein großes Coupé mit gelben Kennzeichenschildern. Wäre da nicht dieser Duft aus britischer Lässigkeit und weltmännischer Coolness, mit der sich dieser brandneue Rolls-Royce wie eine unsichtbare Wolke umgibt und die ihn von allen anderen Autos abhebt, ihn trägt und fast schweben lässt. Ein Flakon, 5,2 Meter lang, 1,5 Meter hoch und problemlos imstande, seine Umgebung mit einem Augenzwinkern für einen langen Augenblick aus dem Trott der täglichen Tour zur Arbeit zu entreißen. Man sitzt in der Tram, die Tageszeitung spendet kaum Energie für die nächsten Minuten und vor dem Fenster ein wenig tiefer bewegt sich eine Gestalt in aller Ruhe durch den Berufsverkehr als wäre die Straße eine Bühne.

Kurz vorher, eine ruhige Seitenstrasse direkt vor dem Eingang zum Hotel Palais Coburg, Wiens diskret-exklusivem Nobel-Hotel, stehen zehn Wraith und warten auf Geraden, Kurven und neugierige Menschen. Wie ein Rudel der schönsten Rassehunde haben sich auf dem Platz vor dem Portal versammelt und lassen sich geduldig und ein wenig stolz ablichten, anschauen, streicheln und auf Kamera-Chips nach Hause tragen. Nach einer Stunde ist die Show vorbei. Ein Coupé nach dem anderen rollt davon, erst durch den dichten Wiener Verkehr, dann raus aufs Land. 

Die erste Übung: Slalom im Berufsverkehr und Schussfahrt auf der Autobahn

Zwischen den Ampel-Stopps bewegt man das feine Volant wie einen Taktstock, die mehr als 2,3 Tonnen lassen sich mühelos und mit guter Übersicht dirigieren. Der Wraith ist natürlich kein Kleinwagen, aber die Strassen Wiens haben sich mit dem eleganten Briten sehr schnell auf einen Rhythmus geeinigt. Wir schwofen hinaus auf die Stadtautobahn, der Fuß senkt sich rapide und die Spirit of Ecstasy neigt sich neugierig in die Höhe, bei Tempo 150 endet der sehr kurze Sprung nach vorn, Radarfallen mag auch ein Rolls-Royce nicht besonders gern. Beeindruckend ist, dass die 632 PS und das gewaltige Drehmoment von 800 Newtonmeter dem Coupé einerseits für einen kurzen Moment Waftability und Sportlichkeit ganz nah aneinander rücken und andererseits die Insassen keine Ängste um ihre Contenance haben müssen. Genau das ist die Essenz des Wraith: Er ist der sportlichste und gleichzeitig der typischste Vertreter derer von Rolls-Royce.

Die zweite Übung: Langstrecke im Dreivierteltakt

Der Wraith ist ein GT, ein Gran Tourismo. Lange Strecken und immer ein wenig mehr Kraft als nötig. Auf Landstrassen mit langen, offenen Kurven spielt der Fastback aus Goodwood seine besten Karten aus. Das Fahrwerk setzt den Briten satt und außerordentlich sicher auf den Asphalt, das Getriebe arbeitet nicht, es dirigiert die acht Gänge stilsicher. Der Zwölfzylinder in Kooperation mit den beiden Turboladern läuft sauber und lässig, Wind- und Abrollgeräusche sind vorhanden, drängen sich aber nicht in den Vordergrund. Dafür präsentiert sich die exzellente Audioanlage als perfekter Unterhalter, das Navi arbeitet schneller und sicherer als jeder Beifahrer und der Sternenhimmel über uns lässt keinen Zweifel an der Tatsache, dass man auf Schiebedächer auch ganz gut verzichten kann. 

Ein Fazit: In der Tat ein besonderer Rolls-Royce

Nach gut 400 Kilometer stehen wir neben dem prachtvollen Coupé. Nach vielen Fahrten in allen Modellen von Rolls-Royce ist die Anmerkung auf die besondere Position des Wraith recht eindeutig nachvollziehbar. Der jüngste Sproß aus Goodwood ist eine Besonderheit. Dank seines Designs, seiner Motorisierung und seiner Strahlkraft, die man zur Zeit auf unseren Straßen nur in diesem Coupé finden kann.

Fotos: Rolls-Royce Motorcars

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Black Night in Berlin

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Black Night in Berlin

Rolls-Royce Black Badge – Black Night in Kreuzberg

Raymond Chandler könnte die Geschichte geschrieben haben. Eine Nacht in Berlin, es regnet, es schimmert, aus den Gullydeckeln steigt weißer Rauch auf und flutet den Asphalt, ein paar Neonröhren blinken hilflos in die Nacht. Irgendwo in einer dunklen Gasse steht ein einsamer Trompeter und dann rollt ein sehr, sehr dunkler Rolls-Royce ins Bild.  

Berlin, ein verregneter Abend 2011

Die Titelmelodie des Films „Chinatown“ aus den 70ern wäre passend. Terence Blanchard, einer der ganz großen Jungs aus New Orleans, treibt diese Art Töne aus seiner Trompete, die soviel Stimmung erzeugen, wie man sie kaum aushalten kann. Der Black Badge aus Goodwood rollt ins Bild. Die Kühlermaske duscht im Berliner Regen. Die Lady darüber ist cool. Black Lady, im Schimmer der Nacht, das Kleid fast unanständig durchnässt, jeder Regentropfen eine Warnung. Und aus dem Off spricht Phillip Marlowe: „ Es war eine dieser typischen Berliner Nächte. Nass, kalt und in der Luft hing diese spezielle Stimmung. Es sollte etwas passieren.“ 

Angefangen hatte alles vor dem Hotel „Das Stue“. Jenes Hotel, dass vor allem nach Einbruch der Dunkelheit von seltsamen Tönen umgeben ist. Tierstimmen. Vögel, Nachtschwärmer mit Katzenaugen, hier und da schreit ein Esel. Der Tierpark und das Hotel sind Nachbarn. Der Ghost steht vor dem Eingang. Der Doorman schaut sich um. Eine letzte Zigarette, kleine Glutfunken tanzen. Dann öffnen sich die Pforten. Hinein in die Nacht, hinein in die Kreuzberger Nacht. Dieses Bild ist so selbstverständlich wie ein Trenchcoat in einem echten Chandler-Roman. 

Rolls-Royce Ghost Black Badge – Der Chauffeur kennt den Weg

Black Badge, so nennt Rolls-Royce sein derzeit farbigstes Kapitel. Black ist die Farbe und in Goodwood hat man selbst vor der Flying Lady nicht halt gemacht. Sie schimmert dunkel, ein wenig mystisch, vor allem, wenn der Berliner Regen die Dame begleitet. Und es steht ihr ausgesprochen gut. Der Himmel im Ghost zeigt eine sternklare Nacht, der Chauffeur kennt den Weg.

Kristof Mulack im Atelier Berlin. Er ist unser Gastgeber, er gewährt uns einen Einblick in die Gassen Kreuzbergs, von oben. Ein Diner in Black, Gin Tonic als Entree´, unten ein Trio Black Badge, wartend. Ein Filet, zu zart für ein Messer. Der Nachtisch, eine Sünde auf schwarzer Folie. Die Filterlose direkt am Geländer, der Blick nach unten als Gewissheit, dass die Reise noch nicht vorbei ist. Der Chauffeur wartet. Der Ghost, in seinem schwarzen Kleid, ist nun zuhause. 

Ein paar Strassen nur, links, rechts. Der Ghost folgt einer Spur. Im Regen Berlins tanzt die Dame auf ihrem Tempel durch Kreuzberg. Rita Lynch wartet. Noch eine Dame. Schön, elegant, gewandt und Eleanor Thornton nicht unähnlich. Die Bar Prinzipal, ein Kleinod am Strassenrand, eng, dunkel, mit diesem deutlichen Hauch an Verruchtheit plus exzellente Musik und dann ist da die Dame mit Straußenfedern, die so lässig in ihrem Stuhl von der Decke baumelt, fast wie ein bildschöner Paradiesvogel. Wer die Bühne weiter oben erklimmen will, berührt sie fast. 

Ein paar Stufen hinauf dann die Bühne für Rita und ihren Partner. Sie erscheint, als die ersten beiden Whiskey Sour dem Kopf ein Ständchen bringen und man fast geneigt ist, den Chauffeur zu fragen, ob er nicht den V12 in Lauerstellung bringen möchte. Das Highlight aber steht noch aus. Draussen geht dem Regen die Puste aus, kleine Pfützen spielen mit dem Laternenlicht und Raymond Chandler würde jetzt über diesen einen Moment etwas melancholisches schreiben. „Die Nacht über Berlin war nun endgültig angekommen, die ersten Nachtschwärmer tauschten die Bars, angebrannte Streichhölzer schwammen im Bach der Bordsteinrinne und Rita bewegte sich im fahlen Scheinwerferlicht wie eine betörende Motte. Die Jungs um sie herum stellten ihre Drinks auf die kleinen Holztische, die Augen auf ihre langen Beine und ihren sehr roten Mund gerichtet. Philip wusste, dass er an diesem Abend nur noch eins wollte.“ 

Rita hat ihren Tanz vollendet, Männeraugen hat sie bewegt. Und einige von uns haben auf der Fahrt ins Hotel den Sternenhimmel im Ghost studiert. Terence Blanchard spielt ein letztes mal, eine kurze Zigarette am Eingang. Dann verschwindet der Ghost in die Schwärze der Berliner Nacht.

Kristof Mulack im Atelier Berlin. Er ist unser Gastgeber, er gewährt uns einen Einblick in die Gassen Kreuzbergs, von oben. Ein Diner in Black, Gin Tonic als Entree´, unten ein Trio Black Badge, wartend. Ein Filet, zu zart für ein Messer. Der Nachtisch, eine Sünde auf schwarzer Folie. Die Filterlose direkt am Geländer, der Blick nach unten als Gewissheit, dass die Reise noch nicht vorbei ist. Der Chauffeur wartet. Der Ghost, in seinem schwarzen Kleid, ist nun zuhause. 

Ein paar Strassen nur, links, rechts. Der Ghost folgt einer Spur. Im Regen Berlins tanzt die Dame auf ihrem Tempel durch Kreuzberg. Rita Lynch wartet. Noch eine Dame. Schön, elegant, gewandt und Eleanor Thornton nicht unähnlich. Die Bar Prinzipal, ein Kleinod am Strassenrand, eng, dunkel, mit diesem deutlichen Hauch an Verruchtheit plus exzellente Musik und dann ist da die Dame mit Straußenfedern, die so lässig in ihrem Stuhl von der Decke baumelt, fast wie ein bildschöner Paradiesvogel. Wer die Bühne weiter oben erklimmen will, berührt sie fast. 

Ein paar Stufen hinauf dann die Bühne für Rita und ihren Partner. Sie erscheint, als die ersten beiden Whiskey Sour dem Kopf ein Ständchen bringen und man fast geneigt ist, den Chauffeur zu fragen, ob er nicht den V12 in Lauerstellung bringen möchte. Das Highlight aber steht noch aus. Draussen geht dem Regen die Puste aus, kleine Pfützen spielen mit dem Laternenlicht und Raymond Chandler würde jetzt über diesen einen Moment etwas melancholisches schreiben. „Die Nacht über Berlin war nun endgültig angekommen, die ersten Nachtschwärmer tauschten die Bars, angebrannte Streichhölzer schwammen im Bach der Bordstein-Rinne und Rita bewegte sich im fahlen Scheinwerferlicht wie eine betörende Motte. Die Jungs um sie herum stellten ihre Drinks auf die kleinen Holztische, die Augen auf ihre langen Beine und ihren sehr roten Mund gerichtet. Philip wusste, dass er an diesem Abend nur noch eins wollte.“ 

Rita hat ihren Tanz vollendet, Männeraugen hat sie bewegt. Und einige von uns haben auf der Fahrt ins Hotel den Sternenhimmel im Ghost studiert. Terence Blanchard spielt ein letztes mal, dann noch eine kurze Zigarette am Eingang. Dann verschwindet der Ghost in der Schwärze der Berliner Nacht.

Text: Ralf Bernert

Fotos: Tim Adler für Rolls-Royce Motorcars

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McLaren 765 LT

McLaren 765 LT

Technik

Motoren: V8 BiTurbo

Leistung: 765 PS

Hubraum: 3.994 ccm

Drehmoment: 800 Nm

Antrieb: Hinterräder

Verbrauch: 12,9 l/100 km

Top Speed: 330 km/h

0-100 km/h: 2,8 s

Maße/ Preis

Länge: 4.600 mm

Breite: 1.930 mm

Höhe: 1.195 mm

Radstand. 2.670 mm

Leergewicht: 1.339 kg

gebaut: 2020 – 2023

Neupreis ab: 369.000,00 Euro

McLaren 765LT – Das Spiel mit dem Feuer

Silverstone, ohne Regen, dafür mit Helm und etlichen Formularen, die man vorab ausgefüllt hat. Damit die Viren keine Chance haben und dieser enorme Supersportler ohne Maske über den Track rennen kann. Und er rannte.    

Silverstone, im Februar 2020

765 PS, ein LT hinten dran, was in diesen Zeiten als Gütesiegel für Rennstrecken-Orientierung gewertet werden sollte. Vor ein paar Wochen noch den 620 R in Snetterton bewegt. Mit Helm und Vierpunkt-Gurt. Jetzt 145 PS mehr und fast fünfzig Kilo weniger unter der Carbon-Haut. Knapp sechs Kilometer Strecke, zwischen Kurve sechs und sieben, die lange Gerade, die uns später noch beschäftigen wird. 

Die Runden in Snatterton stecken nich in den Knochen. Der 620R als Leichtgewicht mit der Fokussierung auf Rennstrecken-Momente, für diesen Kick, den dir nur ein Wagen liefern kann, für den Traktion ein Grundnahrungsmittel ist. Und der 765 LT steht in der Box und steckt voller Motivation. Das Thema Spreizung ist nebensächlich, das Thema Performance steht oben auf der Liste. Der Flügel am Heck, als Antenne für den Druck von oben, der Diffusor als ordnende Macht für Winde aus den Tiefen des Unterbodens. Vorn die gleiche Nummer, jeder Windhauch wird einfangen, geleitet und dient dem Abtrieb oder der absoluten Kontrolle des Luftstromes. Auf das jedes Gramm, das den Wagen nach unten drückt, eingefangen werde. 

Im Innenraum, die gleiche Philosophie. Gewicht ist alles oder dessen Reduktion. Alcantara, Lightweigt-Schalensitze aus dem Senna, Dreipunktgurte, alles wirkt wie ein Arbeitsplatz, Fokussierung auf das Wesentliche. Eingepfercht, nur Arme und Beine dürfen, müssen sich bewegen. Dass hier kein Infotaimnent an Bord ist, dürfte klar sein. Jede Gramm zählt. Und der Fahrer hat auch beim Frühstück gespart, damit der Mageninhalt keine allzu heftigen Purzelbäume schlägt. Es wird Zeit, eine grüne Flagge grüßt freundlich und der Motor läuft. 

Fahrbericht McLaren 765LT – Wir geben Gas

Raus aus der Gasse, eine offene Rechtskurve, der Wagen wird noch nicht losgelassen, läuft an der Leine. Aufwärmen, Einatmen, Inhalieren, die Augen finden den Weg und der Wagen ist der Transporteur. Bis zur Kurve sieben, eine Schikane, links, rechts, links, wieder rechts und dann der lange Weg bis zum Bremspunkt, dann rechts rüber, eine leichte links, offen und schnell, dann sehr scharf links, rechts, eine kurze Gerade, wieder rechts, eine längere Gerade, leicht und offen nach links, offen rechts, am Ende stark nach rechts, kurze gerade, scharf links, zweimal, lange Gerade, am Ende wieder links-rechts, eine Kehre, eine lange, offene Rechtskurve auf die Start-Ziel und wir geben Gas.

Der Vergleich zum 620R liegt in der Luft. Deutlich mehr Leistung, klarer Sieger im Drehmoment-Test. Und genau da werden die Unterschiede deutlich. Top Speed und Standard-Sprint sind Fingerübungen, Skatrunden-Argumente, nicht Rennstrecken-tauglich. Der 765 LT zieht seine Bahn, durchläuft die ersten Kurven, die erste Schikane bis zur langen Geraden wie ein TGV unter sich hindurch, rennt auf die Gerade, holt Drehmoment aus der letzten Ecke und schiesst wie das Projektil eines Präzisionsgewehres auf den Bremspunkt zu und vorbei, läßt ihn hinter sich und ruft die Keramik-Carbon-Bremsen zum Dienst. Und die Besatzung freut sich wie ein Schnitzel, dass es stramm gezogene Dreipunktgurte gibt. Der Wagen reduziert seinen Vortrieb derart nachhaltig, derart sauber und abrupt, wer diesen Anflug auf die Kurve von Aussen betrachtet, dürfte die Insassen für Physik-Ignoranten halten, denen das Frühstück gerade zeigt, wie man einen Purzelbaum in einem Magen schlägt.

Weiter im Text, die nächsten Passagen bieten alles, was den Briten fordern sollte. Vor allem das Thema Traktion und Downforce taucht immer wieder auf. Die Ingenieure in Woking haben den Zweisitzer noch stärker, noch intensiver auf mögliche Verbesserungen der Luftführung untersucht, haben jedes Gramm an Bord unter die Lupe genommen und , alles ausgebaut, was nur irgendwie verzichtbar ist. Deshalb diese Zahl: 1.339. Es jedes Gramm das zählt, auf dem Weg zu Leistungswerten, die man im Grunde nur von Profils kennt. Downforce als Religion, Traktion als Grundnahrungsmittel.

Es geht Runde um Runde, der Brite feuert seine Technik, seine Balance, seine Superkräfte auf die Strecke ab, der Fahrer staunt und lernt, dass man einen McLaren niemals einfach so mit anderen Modellen der Marke auf eine Stufe stellen sollte. Der 620 R ist schnell, sauschnell, der 765 LT ist noch schneller, noch stärker und vor allem auf den Geraden diesen deutlichen Tick fixer. Dass der Preis eine Rolle spielt, dürfte nur für Außenstehende ein Thema sein. Der 765 LT ist limitiert, noch nicht ausverkauft, weil man mit einem Virus im Genick vielleicht derzeit andere Prioritäten setzt und den Kauf eines Supersportlers ein ganz klein wenig nach hinten setzt.

Das Spiel mit dem Feuer war für uns auch ein Spiel mit den Kräften der Natur. Der 675 LT als Botschafter der Super Series, also eine Stufe unter den ganz großen Jungs, wie Senna oder Speedtail, ,markiert das Ende einer Ära. Nach dem letzten LT sollen Hybride folgen, soll eine neue Generation aus Woking die Marke McLaren beleben. Und wir sind gespannt, wie die Entwickler in Woking das emotionale Feuer der britischen Marke weiter anfachen können. 

Fotos: McLaren

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