Porsche 928 GTS

Exclusive-Life

Porsche 928 GTS

Technik

Motor: V8 Saugmotor

Leistung: 350 PS

Drehmoment: 500 Nm

Antrieb: Hinterräder

Getriebe: 5-Gang manuell /4-Gang Automatik

Top Speed: 275 km/h

0-100 km/h: 5,7 s

Maße/ Preis

Länge: 4.520 mm

Breite: 1.890 mm

Höhe: 1.282 mm

Leergewicht: 1.620 kg

Neupreis: 178.000,00 DM

Preis heute: um 100.000,00 Euro

je nach Zustand und Historie

Porsche 928 GTS – Volle Hütte

Als der 928 sein Ende schon mit Standlicht sehen konnte, wurde noch einmal kräftig aufgerüstet. 350 PS, 500 Newtonmeter und das alles so souverän, als wäre das vollkommen normal. Was erzählt ein 928 GTS auf einer kurzen Ausfahrt? 

Alles drin, alles dran. Der Dienstwagen des Vorstandschefs soll, ja er muss, die Spitze des Ganzen symbolisieren. Oder man gibt den Möbel-Chef und rollt in einem klapprigen VW auf den Hof, das ist dann das andere Symbol. Wendelin Wiedeking´s Dienstwagen steht da und ist bereit für ein paar Stunden Lust und Erinnerung. Der Spoiler am Ende der viereinhalb Meter zeugen vom Status dieses Porsche. Und dann ist da noch das durchlaufende rote Band am Heck, das wir in modernerer Form an allen neuen Porsche so mögen. Es war die Speerspitze am Ende der Zeit und Herr Wiedeking wollte alles, was geht in seinem Dienstwagen sehen. Ein Fax, eine Microwelle oder eine schicke Bar mit Gin und Tonic gab es nicht. Auch die Rahmengenähten fanden keine Nische im Kofferraum. Aber dafür dieser sehr starke V8 ohne Turbo und dazu bester Teppich, exquisites Leder mit den besten Nähten, als hätte man diesen Wagen zur ersten Polsterei in Stuttgart gebracht. Dabei wäre das noch nicht mal notwendig. Porsche konnte das auch im Werk und dieser spezielle 928 wurde sicher so wie alle anderen im Werk gebaut. Nur eben vor der Übergabe noch mal geprüft, mit scharfen Augen. Für den Chef und seine Botschaft. 

Wir sehen das Zündschloss rechts des Lenkrades, wir erinnern uns an 356er, die den Startknopf ebenfalls rechts tragen. Dass man für die wichtige Sekunde in Le Mans den Startknopf nach Aussen setzte, ist sicher wahr. Wir halten vor dem Einstieg den Schlüssel in der linken Hand, was uns als aktive Nicht-Auskenner qualifiziert. Zumindest in diesem Bereich.

Wenn der V8 läuft, zum Leben erweckt wird, ist die Frage nach der Lage des Zündschlosses so wichtig wie die Information zum aktuellen Verbrauch dieses Klassikers. Er summt fast, 5,3 Liter Hubraum sorgen für diesen Ausdruck von Zufriedenheit. Mehr muss nicht sein, der Ritt auf der Kanonenkugel war Münchhausens Traum, im 928, vor allem im GTS, sitzt man derart bequem, es sollen nun 350 PS, oder was davon übrig ist, ihres Amtes walten und uns eine Idee vermitteln, wie man nach Dienstschluss den Weg ins eigene Heim fand. Je nach Lage. 

Fahrbericht Porsche 928 GTS – Mach´ mal halblang

Entweder die letzte Sitzung war ein Totalausfall an Kreativität und Professionalität. Dann sollte der Dienstwagen nun nach vorn rennen und jede blöde Fliege, die der Kühleröffnung zu nahe kam, unvermittelt ins Nirvana stürzen. Ins Nichts führende Meetings sind auch für den coolsten Boss eine Quälerei. Deshalb 350 PS, im 928 sind diese doppelt schön, weil flexibel einsetzbar. Leger dosiert, den Berg hinauf mit mehr als ausreichend Luft in den Lungen, jede Kurve eine Fingerübung und dann, wenn der Meeting-Stress dir den Atem raubt, werden die 350 zur wilden Sau. Ach das hat uns dieser spezielle GTS erzählt.

Anfangs, die kleine Rechtskurve noch sehr vorsichtig nach vorn laufend. Die Lenkung ob ihrer Dienstfähigkeit überprüfend nähert sich die Hauptstrasse. Blinker, Bremse, Ausschau halten und dann, ein wenig zu forsch, dem Gaspedal erklären, dass man nun hurtig los fahren möchte. Der V8 antwortet mit einem „noch zu früh, mach mal halblang“. Man rollt also weiter, durch ein Kaff. Vorbei an Metzgern, Bäckern und einer Tankstelle. Ortsausgang, Tempo 100 ist erlaubt und wird dann auch sehr schnell erreicht. Das alles in aller Ruhe. Der Teppich, das Leder, die ganzen Knöpfe und Schalter um einen herum. Das teils mit Holz ummantelte Volant, so jungfräulich. Nur zwei Druckschalter für die Hupe. In der Mitte der riesige Wahlschalter, auch mit Holz veredelt, weiter oben ein Monitor ohne Apple CarPlay oder sowas. Fast gemütlich anmutend, heimelig. Oase, auch dank der sehr guten Dämmung und, natürlich, der enormen Laufruhe des Motors. 

Die ersten Kurven tauch auf, Lockrufe, die bis zum Gasfuß durchdringen. Der V8 und seine Säfte, die Bremsen, die Reifen und überhaupt der ganze Wagen, alles ist im Dienst. Also Bremse, fast anhalten, Schaltstufe Zwei und los. Das Haupt ein wenig nach oben gereckt, als wollten die Luftöffnungen ein wenig mehr Abstand zum Asphalt und damit frischere Luft inhalieren. Die Kräfte des Wagens treiben ihr Spiel, durch das Schiebedach dringt reichlich Luft in den Wagen, es rauscht von oben und der Asphalt fliegt vorn rein und weiter hinten wieder raus. Dynamik pur in Verbindung mit dieser Ruhe des Selbstverständlichen. Lässig, leger, cool. Ein paar mal wiederholt sich diese Prozedur. Nach langweiligen Meetings, genau die richtige Kur. 

Dann durch die Kurven, das Fahrwerk testen. 1600 Kilo plus zwei Erwachsene. Der Wagen hält die Spur, die Lenkung sehr exakt, das Heck nur bei deutlichem Lupfen ein wenig aus der Reihe wollend. Aber sonst, sehr stabil, sehr sauber, sehr souverän. Auch bei Kehren, die ein wenig zu optimistisch angelaufen werden. Der Porsche zieht auch enge Bahnen, exakt wie ein Satellit um die Erde. 

Autobahn, 130 in Österreich. Fugen. Rillen, kleine Hügel und tückische Löcher im Asphalt. Eine kleine Übung für den stärksten aller 928. Nach einer Sitzung im Vorstand, die positiv, erfolgreich oder zumindest ok war, ist der Dienst-Porsche eine Wohltat, eine Insel der Fortbewegung. Die Sitze super bequem, die Musik findet sehr gute Lautsprecher als Ausdruck einer sorgfältigen Auswahl der Ausstattung. Das Beste wird der Chef gewollt haben und er hat es auch bekommen. 275 km/h in der Spitze, wenn die Concorde rief, in Paris und jede Minute zählte. Der 928 sollte den 911 beerben, was er nicht tat. An den Qualitäten des GTS kann es nicht gelegen haben. Vermutlich an den zwei Seelen in der breiten Brust. Heute ist der 928, vor allem in der GTS-Version, ein begehrter Wagen. Damals, Mitte der 90er, als die letzten vom Band liefen, war er ein Abschiedsgeschenk. Vom Panamera sprach damals niemand. 

Impressum

BMW M1

Exclusive-Life

BMW M1

Technik

Motor: R6 Mittelmotor

System-Leistung: 277 PS

System-Drehmoment: 330 Nm

Antrieb: Hinterräder

Getriebe: 5-Gang manuell

Top Speed: 260 km/h

0-100 km/h: 5,6 s

Maße/ Preis

Länge: 4.539 mm

Breite: 1.824 mm

Höhe: 1.138 mm

Leergewicht: 1.430 kg

Neupreis: 100.000,00 DM

Preis heute: um 800.000,00 Euro je nach Zustand und Historie

Fahrbericht BMW M1 – Donnerkeil im Karussell

Nun denn, die rechte Hand liegt auf dem Schalthebel, der linke Fuß schwebt locker über dem Kupplungspedal, der Gasfuß will unbedingt nach unten und die Augen fixieren das graue Asphaltband da vorne. Die Nordschleife und der M1 oder wie man die Grüne Hölle in einem Flachmann überlebt. 

Allein der Einstieg ist eine Sache für sich. Wie komme ich aus dem leicht über einen Meter hohen Wagen wieder raus? Auf allen Vieren? So kurz vor dem Start in die wildesten Windungen der Vulkaneifel sind Fragen zum Thema Körperhaltung und Ästhetik nicht wirklich relevant. Ich sitze auf dem Fahrersitz einer Legende, allein und ohne doppelten Boden. Auf mich warten knapp 21 Kilometer mit 73 Kurven, etlichen Sprunghügeln plus Karussell und eine hohe Acht mit Aussicht. Die Reifen sind schön warm. Motoröl, Wasser und alles, was den BMW am Leben hält, wurde vorab gecheckt. Der erste Gang liegt hinten links. Ich bin dann mal weg und in hoffentlich 100 Minuten wieder da. Zehn Runden Nordschleife im M1. 

Die Nordschleife ist das Trainingslager des M1, hier wurde der Supersportler durch die Mangel gedreht, bis über die Grenzen belastet, zerlegt, wieder zusammen gebaut. BMW´s Motorengott Paul Rosche hat den Antrieb geliefert, ein grandioser Reihensechszylinder. Auf dem Gitterrohrrahmen sitzt eine Kunststoffhülle, die Nase so flach wie ein Keil, der Hintern knackig und dank der Jalousie so extravagant zugleich. Die beiden BMW-Logos, jeweils links und rechts, passen wie zwei Fäuste auf zwei Augen. Im Innenraum dann die Ernüchterung. Aussen der Italiener, innen der Teutone. Es ist eng, es ist schwarz, es ist laut, die Pedale so eng beieinander, man sollte Ballettschuhe tragen. Genau so sollen Sportwagen sein. 

Fahrbericht BMW M1 – Wie ein Jüngling nach dem ersten Kuss

Der Motor läuft, erster Gang, Kupplung kommen lassen, Gas und los. Die ersten Meter, die ersten Kurven, der BMW will weit mehr, als ich kann. Die 277 PS treiben den Bayer immer weiter nach vorn, der 6-Zylinder jubiliert ab 3.500 Touren wie ein Jüngling nach dem ersten Kuss im Kino. Der Heckantrieb läßt den Hintern hier und da in Richtung Leitplanke flanieren, die Lenkung ist unglaublich präzise, die Bremsen ein Gedicht und so allmählich werde ich warm mit diesem Wunderwerk der späten Siebziger. Es grinst sich leichter, wenn du weißt, dass es noch besser, noch schneller wird.

Hinein in die Fuchsröhre, jener Abschnitt der Nordschleife, in die man hinab fliegt und ganz weit unten dann so dankbar ist, dass das Frühstück nur aus einer Banane bestand. Der M1 rennt los wie ein Jagdhund auf Speed, immer schneller, immer lauter, bis dann im fünften Gang die Döttinger Höhe durchflogen wird. Hier ruht sich der Fahrer aus, ein paar Momente der Entspannung und die Runde fängt wieder an. Diesmal die Schikanen aus drei Kurven richtig ansetzen. Der M1 erinnert sich an seine Kindheit, die unzähligen Runden mit Marc Surer, der damals dem M1 als Testfahrer alles abverlangte und der mir erzählte, dass man dem M1 unbedingt eine Frontschürze verpassen solle. Weil der BMW vorn gerne zu leicht wird und das macht sich in langen, schnellen Kurven unangenehm bemerkbar. 

Heute ist Geburtstag, heute wird gefeiert. Sie haben Bücher über ihn geschrieben, Lieder komponiert, Reden gehalten und sie haben ihm eine Rennserie geschenkt. Procar. Der M1 im Rennanzug, mit bis zu 800 PS. Im Vorprogramm der Formel-1 und alle sassen drin. Niki Lauda, Nelson Piquet, Marc Surer, Jochen Mass, Carlos Reutemann und so weiter. 

Mein roter M1 rennt und rennt, die leicht hakelige Schaltung war nur am Anfang ein kleines Problem. Jetzt läuft der Schalthebel fast von selbst durch die Kulisse. Der Motor ist in seinem Element, die Drehzahlsprünge werden mit dem Sound des Treibwerks bestens untermalt. Man wird so langsam eins mit dem M1 und der Sportler aus München hat seine Freude. Vielleicht stammt der Claim „Aus Freude am Fahren“ genau aus solchen Momenten. Die letzte Runde, abkühlen. Für Mensch und Maschine. Schaufensterbummel in der Eifel. Jetzt weiß ich, weshalb so viele Menschen, jedesmal wenn BMW einen Sportwagen ankündigt, einen neuen M1 herbei sehnen. 

Aussteigen. Halbwegs elegant und lässig. Nochmal eine Runde um den Wagen. Damals musste man 100.000,00 Mark hinblättern. Heute werden leicht 800.000,00 Euro verlangt. Wer ernsthaft einen kaufen will, sollte genau hinschauen. Auch wenn die Technik sehr robust und langlebig ist, der Rahmen kann rosten. Viele M1 wurden in Procar-Optik verwandelt. Ein Rückbau ist extrem teuer. Der M1-Club kann helfen. Und wie bei allen Klassikern hilft: Zeit, Ahnung und Geld. 

Fotos: BMW 

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McLaren Artura

Exclusive-Life

McLaren Artura

Technik

Motor: V6 BiTurbo + E-Motor

System-Leistung: 680 PS

System-Drehmoment: 720 Nm

Antrieb: Hinterräder

Top Speed: 330 km/h

0-100 km/h: 3,0 s

Maße/ Preis

Länge: 4.539 mm

Breite: 1.913 mm

Höhe: 1.193 mm

Radstand: 2.640 mm

Leergewicht: 1.498 kg

Verbrauch kombiniert nach WLTP: 4,8 l/100 km

elektrische Reichweite: 30 km

Preis ab: 248.073,00 Euro

Fahrbericht McLaren Artura – Stromschlag aus Woking 

Sie haben etwas länger gebraucht, länger als erwartet. Viren nehmen keine Rücksicht auf Pferdestärken und E-Motoren. Die Vorfreude auf die erste Testfahrt wuchs und dann stand der Artura auf dem Track im Süden Spaniens. Leinen los. 

Hamburg, 2025

McLaren bietet seit Anfang 2024 auch eine Spider-Version des Arturs an. Der Preis (Stand: 2024): 273.073,00 Euro.

Der V8 schaut zu, der V6 tritt zum Dienst an. Hand in Hand mit einem E-Motor, der in Kombination mit einem kleinen Akku, 30 Kilometer schaffen kann. Vorausgesetzt der Gasfuß ist entspannt und verzichtet auf allzu großen Druck. Dann surrt sich der Brite durch die Gegend. Die Menschen schauen dem Treiben zu, überlegen sichtbar, was das wohl sein könnte. Tank leer und per Pedalantrieb fahrend? Ein Supersportler, dem man seine Kräfte, seinen Drang nach vorn ansieht und der ist so leise wie ein Auto ohne Motor. Man hat sich sicher an Hybride jeder Größe und reine Elektriker gewöhnt, aber ein Flachmann mit Luftkanälen, sehr breiten Reifen und sehr hoch sitzenden Endrohren daher rollt, ist schon einen längeren Blick wert. 

Selbst wir, hinter dem leeren Steuer sitzend, wundern uns ein paar Momente, bis wir dann endlich verstehen, dass hier ein E-Motor wirkt. Es ist seltsam, unwirklich und doch Realität. Andere Hersteller haben das Prinzip umgesetzt. Weniger Benzin verbrennen, mehr elektrische Energie nutzen und doch rasend schnell sein. 680 PS stehen auf dem Zettel, 330 km/h, das ist McLaren-like und nur knapp 1,5 Tonnen leicht. Er soll 5,5 Liter Benzin verbrauchen, auf 100 Kilometer. Wir glauben es nicht. Weil der Mensch in einem McLaren Gas geben will. Weil der Mensch lieber in eher ruhigen, langsamen Autos an Effizienz denkt. Vielleicht sind es Rennfahrer, die im Wettbewerb an Energie denken müssen. Die Formel-E ist da ein Beispiel. Niemand will den Wagen auf den letzten Metern schieben müssen. Aber auf freier Wildbahn werden die Pferde dann doch gerne mal ins Laufen gebracht und dann schwebt die Zahl 5,5 gerne über den Dingen.

So geschehen auf dem Weg zum Ascari Track nördlich von Marbella. Landstraße, kaum Verkehr, schöne, lange, offene Kurven, bergauf, bergab. Der V6 kann durchatmen, das Duo treibt den Briten durch den Slalom wie auf den berühmten Schienen, der E-Motor greift dem Verbrenner unter die Arme, dabei spürt man, dass der Schwerpunkt noch tiefer liegt, was die Balance einen Tick besser wirken läßt. Und es kommt, wie es kommen muss. Der Akku leert sich schneller, als eine Maß Bier auf dem Oktoberfest. Der Verbrenner muss alleine wirken und das bedeutet: mehr Arbeit für den V6, weil die fehlenden 95 E-PS kompensiert werden wollen. Das Hybrid-System erreicht seine Grenze, die 5,5 entschwindet in weite Ferne. Bis der Akku wieder beladen wurde. Dann rennt er wieder, deutlich effizienter.

Der Stromtank wird entweder per V6 oder per Kabel geladen. Die erste Variante dürfte die meist genutzte sein, was die 5,5 in eine unsichtbare Größe verwandelt. Wobei wir nicht vergessen, dass die durchschnittliche Kundschaft das Thema Verbrauch eher lässig bewerten. Die Performance steht im Vordergrund. Und die speist sich aus vielen technischen Errungenschaften. 

Ja, der Unterschied zwischen reinem Verbrenner und dem Kombinat aus E- und V will erkundet und aufgeschrieben werden. Ein McLaren ist ein McLaren. Punkt. Unterschiede gibt es, klar. Wenn der Akku voll ist, spaziert der Zweitürer sehr gelassen und ausgesprochen ruhig umher, das Fahrwerk auf Komfort gestellt und der Artura ist ein lammfrommer Wagen. 

Und wenn der Wolf rausgelassen wird? Dann greifen zwei Turbolader ins Geschehen ein, die Lenkung, nach Umstellung auf Sport oder Track, wird so präzise wie in allen anderen McLaren, die Bremsen greifen zu, als wollten sie nicht mehr loslassen. Rekuperieren müssen sie nicht, was wir eigentlich gut fänden. Aber Sport ist eben Sport, die Performance zählt. Und da ist der Artura ein Musterschüler. 

Auf der Rennstrecke lernen wir, dass der Punch aus dem Drehzahlkeller dem E-Motor geschuldet ist und das merkt der Gasfuß. Die ersten Meter sind E-Sportwagen-like. Ansatzlos und genau das hatten die Entwickler und Produktmanager bei McLaren auch im Sinn. Dass die E-Maschine auch den C02-Ausstoß reduziert, ist positiv. 

Wir drehen ein paar Runden, lassen den Engländer nach vorn rennen, bremsen ihn wieder ein. Ascari wurde ein wenig optimiert, mehr Schikanen, weniger Top Speed. Dafür kann der Artura seine Wendigkeit, seine exzellente Balance und seine Standfestigkeit unter Beweis stellen. Sein Handling ist extrem simpel, hier und da zeigt der Wagen, dass er sich langweilt, weil hinter dem Steuer ein Journalist und kein Rennfahrer sitzt, aber er ist Brite und deshalb sehr höflich. Er verzeiht Fehler, korrigiert sicher, schnell und sachte. Auch das ist typisch. 

Ein paar Worte über Reifen. Pirelli, Italiens Spezialist für Pneus der Premium- und Luxus-Klasse, hat dem Artura ein Special gegönnt. Der Name „Cyber Tyre“ klingt nach Zukunft, ist aber brandneue Realität. Im Reifen selbst sitzt ein Chip und der sammelt Daten. Druck, Profil, Temperatur und so weiter. Dies alles, wird permanent überprüft und an die Fahrzeugelektronik geleitet, die sich dann darauf einstellt und die entsprechenden Systeme wie ABS oder Stabilitätskontrolle anpasst. Zudem werden die Daten im Monitor vor dem Lenkrad des Artura angezeigt. Wir haben den Cyper Tire auf dem Pirelli P Zero Corsa erlebt, der Blick auf den Bereich des Monitors mit den Reifen-Daten ist anfangs noch ungewohnt, wir gehen davon aus, dass man sich schnell an das System gewöhnt.

Ein Fazit ganz am Ende. Der Artura trägt die McLaren-Plakette vorn auf der Haube, weil er ein waschechter McLaren ist. Innen wie Aussen. Der typische, kleine Monitor auf der Mittelkonsole ist so normal, wie die Scherentüren oder das blanke Volant, auf dem Nichts Verstellbares zu finden ist. Die Fahreigenschaften sind gewohnt spitz justiert, plus das große E, welches den Zweisitzer in einen leisen Rennwagen plus Punch aus dem Keller verwandelt. Wir kennen das aus dem P1, nun also die etwas modernere, zivilere Variante. 

Fotos: McLaren

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