Polestar 1

Exclusive-Life

Polestar 1

Technik

Motoren: Reihe 4 + 3 E-Motoren

System-Leistung: 690 PS

System-Drehmoment: 1.000 Nm

Antrieb: Allrad

Getriebe: 8-Stufen Automatik

Top Speed: 250 km/h

0-100 km/h: 4,2 s

Maße/ Preis

Länge: 4.586 mm

Breite: 1.935 mm

Höhe: 1.352 mm

Leergewicht: 2.350 kg

Neupreis: 150.000,00 Euro

Polestar 1 – Die Nummer 1

Er ist der große Bruder, der mit dem Verbrenner unter der Haube. Plus drei E-Motoren. Ein Hybrid als Türsteher in den Club der Elektriker von Polestar. Und wir haben ihn erlebt. Hautnah und mit einer wirklich coolen Reaktion der Hamburger Polizei.  

Hamburg, 2019

Das gigantisch wirkende Coupé, dessen Ausmaße allein den Wagen in den Fokus rücken können. Wäre da nicht die Strahlkraft der Form, der Details, der Aufmachung. Ein Hybrid mit mehr als 600 PS und die können den Wagen in knapp vier Sekunden bis Tempo 100 werfen. 1.000 Newtonmeter Drehmoment, in Worten eintausend. Man bewegt das rechte Pedal nach unten, die Drehzahl spielt dabei nicht wirklich eine Rolle, nur der Strom muss fliessen, denn drei E-Motoren nehmen den Reihenvierzylinder an die Hand und schieben, was das Zeug hält. Der 2,3-Tonner rennt und rennt, die Straße kann dann gar nicht lang genug sein und hinter dem Steuer denkt man über Sportwagen nach und fragt sich, weshalb bisher noch niemand in einen Zweisitzer diese Technik eingebaut hat, vermutlich, weil nicht genug Raum unter der Karosserie ist. 

Nummer 1 steht vor der Tür, korrekt geparkt. Polizei-Kontrolle, wegen Nummernschild, weil schwedisch. Es folgen Fragen über Fragen. Man kenne diesen Wagen nicht, man sei immer skeptisch, wenn da ein Auto unbekannter Herkunft und Bauart rumstehe. Es wird immer absurder, man schaut sich die Papiere an, liest, versteht Bahnhof, liest nochmal, und kommentiert, es sei wohl alles in Ordnung. Aber der Wagen sei schon cool. Na also, die Polizei mit Geschmack und Neugier.

Wir flanieren durch Hamburg, Fahrmodus „elektrisch“, das soll 120 Kilometer weit gehen und wenn der Stromspeicher leer ist, kann man per Nabelschnur den Akku wieder mit Leben füllen. Das geht maximal mit 50 kW und dauert nicht so lange. Vorausgesetzt, man findet eine entsprechende Ladestation. Schaltet man in den Hybridmodus kümmern sich Soft- und Hardware um die beste Verteilung der Arbeit an Bord, also die beste Mischung aus Verbrenner- und E-Motoren. 

Im Inneren des Polarsternes findet man sich so schnell zurecht, wie in der eigenen Wohnung. Alles hat seinen Platz, Handbücher sind überflüssig. Der Zentralmonitor ist die Heimstädte für alle wichtigen Informationen und Einstellungen. Das Prinzip „Folge deinen Intuitionen“ wird von Volvo als Konstante gesehen und genau so laufen die Finger über den Monitor. Der Wahlhebel darunter ist ein Schmuckstück, das Lenkrad ist nahezu jungfräulich, links und rechts wenig Auswahl an Einstellmöglichkeiten. Ganz groß, für Musikliebhaber, der Laut-Leise-Drehknopf, wichtig immer dann, wenn man einer sympathischen Landstrasse begegnet oder die Autobahnfahrt durch ein feines Hörspiel ein wenig emotional aufgeladen werden muß. Hybride oder reine Elektriker sind nicht für ihren aufregenden Sound bekannt, es sein denn, man steht auch ein sattes Summen.

Wir lassen die Musik Musik sein und bewegen der sehr coolen Schweden durch die Irrungen der Innenstadt Hamburgs. Baustellen-Tango, Ampel-Hopping, die Alster als urbanes Segelrevier glänzt vor sich hin und unser Polarstern gibt das Model, verwandelt Hamburgs Straßen in einen Laufsteg. Es glotzt, fotografiert, postet und überlegt überall. Das Logo ist unbekannt, das Heck schon eher, könnte ein Volvo sein, vorn fehlt allerdings die Spange plus Schriftzeichen. Kennzeichen schwedisch. Was Neues? Und wenn, dann so richtig krass. 

Raus aus dem Dschungel, rein in die Wälder. Die Nordheide mit ihrem Naturschutzpark freut sich auf uns. Heidekraut in voller Blüte, wie ein Willkommensstrauss. Der weiße 1 stromert so lange wie möglich, als ob er die Bienchen und andere Naturvölker nicht nerven wolle. Das funktioniert so gut, so reibungslos, man könnte meinen, dass Polestar seit Jahren mit E-Motoren und deren Organisation Erfahrungen gesammelt hat. Dann in den Hybrid-Modus, hier und da soll der Vierzylinder ran und er tut dies fast ebenso leise und gemach. 

Autobahn-Gespräche. Der Polestar 1 schlendert in aller Ruhe eines Hybriden auf der A7 in Richtung Süden und er wird fotografiert, als hätte er die Stones an Bord und das stünde aussen angeschrieben. Und er hat den Blues, den Zug, den Drang nach Rock´n-Roll. Kein Heavy-Metall, eher die Soul-Nummer. Er rennt nach vorn, wenn man den Fuß senkt, er kann das wirklich gut und nachhaltig, wer hinter ihm her ist, wundert sich dann doch, dass dieser Schwede einen derartigen Drang nach vorn entwickeln kann. Das macht Spaß, läßt den Rückspiegel recht schnell leer werden und ein Grinsen im Gesicht ist im Grunde an der Tagesordnung. 

Wir stellen den starken Schweden wieder ab. Bleiben mit den Augen wieder am Heck hängen, erinnern uns an Bärenkräfte, einen heftigen Preis von 155.000 Euro und die Tatsache, dass insgesamt 1.500 Exemplare gebaut wurden. Weltweit. Im Jahr 2026 werden hier und da gebrauchte Exemplare des sehr speziellen Schweden angeboten. Derzeit sind ein paar auf dem Markt. Die Preise liegen zwischen 120.000 bis 160.000 Euro.

Fotos: Polestar

Impressum

McLaren Artura

Exclusive-Life

McLaren Artura

Technik

Motor: V6 BiTurbo + E-Motor

System-Leistung: 680 PS

System-Drehmoment: 720 Nm

Antrieb: Hinterräder

Top Speed: 330 km/h

0-100 km/h: 3,0 s

Maße/ Preis

Länge: 4.539 mm

Breite: 1.913 mm

Höhe: 1.193 mm

Radstand: 2.640 mm

Leergewicht: 1.498 kg

Verbrauch kombiniert nach WLTP: 4,8 l/100 km

elektrische Reichweite: 30 km

Preis ab: 248.073,00 Euro

Fahrbericht McLaren Artura – Stromschlag aus Woking 

Sie haben etwas länger gebraucht, länger als erwartet. Viren nehmen keine Rücksicht auf Pferdestärken und E-Motoren. Die Vorfreude auf die erste Testfahrt wuchs und dann stand der Artura auf dem Track im Süden Spaniens. Leinen los. 

Hamburg, 2025

McLaren bietet seit Anfang 2024 auch eine Spider-Version des Arturs an. Der Preis (Stand: 2024): 273.073,00 Euro.

Der V8 schaut zu, der V6 tritt zum Dienst an. Hand in Hand mit einem E-Motor, der in Kombination mit einem kleinen Akku, 30 Kilometer schaffen kann. Vorausgesetzt der Gasfuß ist entspannt und verzichtet auf allzu großen Druck. Dann surrt sich der Brite durch die Gegend. Die Menschen schauen dem Treiben zu, überlegen sichtbar, was das wohl sein könnte. Tank leer und per Pedalantrieb fahrend? Ein Supersportler, dem man seine Kräfte, seinen Drang nach vorn ansieht und der ist so leise wie ein Auto ohne Motor. Man hat sich sicher an Hybride jeder Größe und reine Elektriker gewöhnt, aber ein Flachmann mit Luftkanälen, sehr breiten Reifen und sehr hoch sitzenden Endrohren daher rollt, ist schon einen längeren Blick wert. 

Selbst wir, hinter dem leeren Steuer sitzend, wundern uns ein paar Momente, bis wir dann endlich verstehen, dass hier ein E-Motor wirkt. Es ist seltsam, unwirklich und doch Realität. Andere Hersteller haben das Prinzip umgesetzt. Weniger Benzin verbrennen, mehr elektrische Energie nutzen und doch rasend schnell sein. 680 PS stehen auf dem Zettel, 330 km/h, das ist McLaren-like und nur knapp 1,5 Tonnen leicht. Er soll 5,5 Liter Benzin verbrauchen, auf 100 Kilometer. Wir glauben es nicht. Weil der Mensch in einem McLaren Gas geben will. Weil der Mensch lieber in eher ruhigen, langsamen Autos an Effizienz denkt. Vielleicht sind es Rennfahrer, die im Wettbewerb an Energie denken müssen. Die Formel-E ist da ein Beispiel. Niemand will den Wagen auf den letzten Metern schieben müssen. Aber auf freier Wildbahn werden die Pferde dann doch gerne mal ins Laufen gebracht und dann schwebt die Zahl 5,5 gerne über den Dingen.

So geschehen auf dem Weg zum Ascari Track nördlich von Marbella. Landstraße, kaum Verkehr, schöne, lange, offene Kurven, bergauf, bergab. Der V6 kann durchatmen, das Duo treibt den Briten durch den Slalom wie auf den berühmten Schienen, der E-Motor greift dem Verbrenner unter die Arme, dabei spürt man, dass der Schwerpunkt noch tiefer liegt, was die Balance einen Tick besser wirken läßt. Und es kommt, wie es kommen muss. Der Akku leert sich schneller, als eine Maß Bier auf dem Oktoberfest. Der Verbrenner muss alleine wirken und das bedeutet: mehr Arbeit für den V6, weil die fehlenden 95 E-PS kompensiert werden wollen. Das Hybrid-System erreicht seine Grenze, die 5,5 entschwindet in weite Ferne. Bis der Akku wieder beladen wurde. Dann rennt er wieder, deutlich effizienter.

Der Stromtank wird entweder per V6 oder per Kabel geladen. Die erste Variante dürfte die meist genutzte sein, was die 5,5 in eine unsichtbare Größe verwandelt. Wobei wir nicht vergessen, dass die durchschnittliche Kundschaft das Thema Verbrauch eher lässig bewerten. Die Performance steht im Vordergrund. Und die speist sich aus vielen technischen Errungenschaften. 

Ja, der Unterschied zwischen reinem Verbrenner und dem Kombinat aus E- und V will erkundet und aufgeschrieben werden. Ein McLaren ist ein McLaren. Punkt. Unterschiede gibt es, klar. Wenn der Akku voll ist, spaziert der Zweitürer sehr gelassen und ausgesprochen ruhig umher, das Fahrwerk auf Komfort gestellt und der Artura ist ein lammfrommer Wagen. 

Und wenn der Wolf rausgelassen wird? Dann greifen zwei Turbolader ins Geschehen ein, die Lenkung, nach Umstellung auf Sport oder Track, wird so präzise wie in allen anderen McLaren, die Bremsen greifen zu, als wollten sie nicht mehr loslassen. Rekuperieren müssen sie nicht, was wir eigentlich gut fänden. Aber Sport ist eben Sport, die Performance zählt. Und da ist der Artura ein Musterschüler. 

Auf der Rennstrecke lernen wir, dass der Punch aus dem Drehzahlkeller dem E-Motor geschuldet ist und das merkt der Gasfuß. Die ersten Meter sind E-Sportwagen-like. Ansatzlos und genau das hatten die Entwickler und Produktmanager bei McLaren auch im Sinn. Dass die E-Maschine auch den C02-Ausstoß reduziert, ist positiv. 

Wir drehen ein paar Runden, lassen den Engländer nach vorn rennen, bremsen ihn wieder ein. Ascari wurde ein wenig optimiert, mehr Schikanen, weniger Top Speed. Dafür kann der Artura seine Wendigkeit, seine exzellente Balance und seine Standfestigkeit unter Beweis stellen. Sein Handling ist extrem simpel, hier und da zeigt der Wagen, dass er sich langweilt, weil hinter dem Steuer ein Journalist und kein Rennfahrer sitzt, aber er ist Brite und deshalb sehr höflich. Er verzeiht Fehler, korrigiert sicher, schnell und sachte. Auch das ist typisch. 

Ein paar Worte über Reifen. Pirelli, Italiens Spezialist für Pneus der Premium- und Luxus-Klasse, hat dem Artura ein Special gegönnt. Der Name „Cyber Tyre“ klingt nach Zukunft, ist aber brandneue Realität. Im Reifen selbst sitzt ein Chip und der sammelt Daten. Druck, Profil, Temperatur und so weiter. Dies alles, wird permanent überprüft und an die Fahrzeugelektronik geleitet, die sich dann darauf einstellt und die entsprechenden Systeme wie ABS oder Stabilitätskontrolle anpasst. Zudem werden die Daten im Monitor vor dem Lenkrad des Artura angezeigt. Wir haben den Cyper Tire auf dem Pirelli P Zero Corsa erlebt, der Blick auf den Bereich des Monitors mit den Reifen-Daten ist anfangs noch ungewohnt, wir gehen davon aus, dass man sich schnell an das System gewöhnt.

Ein Fazit ganz am Ende. Der Artura trägt die McLaren-Plakette vorn auf der Haube, weil er ein waschechter McLaren ist. Innen wie Aussen. Der typische, kleine Monitor auf der Mittelkonsole ist so normal, wie die Scherentüren oder das blanke Volant, auf dem Nichts Verstellbares zu finden ist. Die Fahreigenschaften sind gewohnt spitz justiert, plus das große E, welches den Zweisitzer in einen leisen Rennwagen plus Punch aus dem Keller verwandelt. Wir kennen das aus dem P1, nun also die etwas modernere, zivilere Variante. 

Fotos: McLaren

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Maserati MC20

Exclusive-Life

Maserati MC20 Pura

Technik

Motor: V6 BiTurbo

Leistung: 630 PS

Drehmoment: 730 Nm

Antrieb: Hinterräder

Top Speed: 325 km/h

0-100 km/h: 2,9 s

Maße/ Preis

Länge: 4.667 mm

Breite: 1.965 mm

Höhe: 1.218 mm

Radstand: 2.700 mm

Leergewicht: 1.475 kg

Verbrauch kombiniert nach WLTP: 11.5 l/100 km

Preis ab: 210.000,00 Euro

Nio ET7 – Die kraftvolle Stille 

Eine Limousine. Und was für eine. Still und fast schüchtern. Opulent, wenn es um Raum, Leistung und modernste Technik geht. Eine blitzschnelle Lounge und ein Ausblick auf das, was uns das Land der Mitte in Zukunft servieren wird. 

Hamburg, 2025

Mittlerweile werden zwei Varianten des MC20 angeboten: MC20 Pura (Cielo: Roadster) und der MC20 GT2 Stradale. Wir fuhren den MC20.

Modena, 2021

Wir vergessen mal eben die andere Marke aus Maranello und diverse Testfahrten im GranSport oder GranCabrio und wir blicken auch nicht nach Zuffenhausen oder Hethel, wo man noch immer Autos der Marke Lotus baut. Wir sitzen in einem nagelneuen Maserati, der auf den Namen MC20 hört, was übersetzt heisst: Maserati Corse 20 und 20 meint: 2020. 

Im Jahr 2012 baute Maserati den MC12. Wir sparen uns die Übersetzung. Damals wurden 12 Zylinder eingebaut, der Wagen war mit 632 PS unterwegs und er schaffte den Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden. 

Und heute? Sechs Zylinder, 630 PS und 2,9 Sekunden bis 100 km/h. Und dabei ist er gute 170 Kilo schwerer als sein Vorgänger.

In Modena, dort wo der MC20 gebaut wird, gibt es eine Rennstrecke. Eine kurze, knackige Rennstrecke. Das Autodromo di Modena ist gerade mal drei Kilometer lang, es gibt eine kleine Steigung, zwei Schikanen und eine Gerade, auf der wir den Italiener mit 200 km/h laufen lassen. Eine Runde zur Orientierung auf dem Beifahrersitz, am Steuer ein Profi und der Zweisitzer kümmert sich zuerst um unsere Ohren und dann um den Asphalt. 

Der V6 hinter uns ist eine echte Besonderheit. Sein Name: Nettuno oder Neptun. Damit der Dreizack im Logo nicht so alleine ist. Die Eigenentwicklung von Maserati ist mit F1-Technik bestückt. Die enorme Leistung des 3-Liter Motors resultiert aus Vorkammern, die in jedem Zylinder sitzen. In denen wird das komprimierte Luft-Benzin-Gemisch gezündet und dann in die Hauptkammer geschossen wird. Dort wird dann noch mal gezündet. Das Ergebnis kann sich dann sehen und hören lassen. Neptun schleudert seine Kräfte mit aller Wucht an die Hinterräder und die treiben den Zweisitzer nach vorn. 

Und jetzt geben wir Gas, Vollgas. Kurz hinter der Boxenausfahrt die erste Rechtskurve, der Wagen sitzt auf ganz normalen Straßenreifen, keine Semi-Slicks. Die Traktion des Maserati ist beeindruckend. Und das ohne riesige Spoiler, Diffusoren oder Frontsplitter. Die Italiener haben den MC20 mit diversen Luftführungskanälen versehen. Das sorgt für reichlich Anpressdruck, verhindert störende Verwirbelungen und das Auge freut sich über eine klare und eher ruhige Optik. 

Wir fliegen weiter, über den Sprunghügel, der Wagen bleibt satt auf dem Asphalt sitzen, eine offene Linkskurve mit 160, dann mit dem Keramik-Bremsen kurz aber wirkungsvoll runter auf 90, in die enge Rechtskurve, dann ein paar mal das handliche Lenkrad hin und her bewegen. Auf das der MC20 seinen Spaß und wir unsere Freude haben. Er ist bestens ausbalanciert, liefert seine Kräfte sauber und direkt ab, die Bremsen sind auch nach vier Runden noch voll bei der Sache. 

Dann eine Hotlap, ein Profi sitzt am Steuer und der zeigt uns, was Neptun mit seinem jüngsten Dreizack so alles kann. Er kann viel, er kann spektakulär und er kann noch mehr. Über die Curbs, der 3-Liter-Motor brüllt, schreit aber nicht. Dank Torque Vectoring und dem elektrischen Differenzial werden die Kräfte immer genau an die Räder geliefert, die maximalen Grip erleben. Ja, wir sitzen in einem echten Vollprofi für Rennstrecken. Und jetzt entführen wir den Maserati in die Freiheit, auf Landstraßen mit Blick auf die wunderbare Landschaft der Emilia Romagna.

Vorher im blauen MC20, jetzt wird’s gelb. Wir starten in Richtung Sassuolo. Die Route ist rund 200 Kilometer lang, kreuz und quer durch die Lande. Die Landschaft könnte grüner nicht sein. Kleinste, engste Landstrassen, als Prüfung für das Fahrwerk und vor allem die Alltagstauglichkeit des kleinen Italieners bestens geeignet. Beim Ein-Aussteigen geht’s schon los. Die Scherentüren liefern genug Platz, der Schweller ist keine Hürde, mit 180 Zentimeter Körperlänge ist man in diesem Sportwagen bestens aufgehoben. Morgens ins Büro ist kein Problem, nur allzu breite Schuhe sollte man nicht tragen, die Pedale kuscheln ein wenig miteinander. 

Der 1,5-Tonner läuft durch die Kurven, jede Gerade ist ein Herausforderung an die Disziplin des Fahrers, weil der Motor weiter hinten so heftig viel Leistung liefert und man gerne dem Gasfuß freien Lauf lassen will. Nur, die Carabinieri passen auf und sind nicht zimperlich, wie uns die Leute von Maserati versichern. Deshalb lieber an den 100 kitzeln, den Wagen durch so manche Kurvenkombi laufen lassen, dann und wann müssen wir sehr ungünstig platzierten Löchern im Asphalt ausweichen, was uns zeigt, wie präzise die Lenkung arbeitet und wie sauber man den Wagen manövrieren kann. 

Und dann ist da noch die Bedienung, das komplette Cockpit mit allen Finessen der Moderne. Den Motor starten man per Finger links unten am Lenkrad. Die Mittelkonsole ist fast frei von Schaltern, ein 10,5 Zoll-Monitor schwebt direkt neben dem Lenkrad, darin findet man nahezu alle Einstellungen für Infotainment, Fahrzeug und Klima. 

Und nun zu den unterhaltsamen Fakten. Der Preis ist heiss und er wird die Stückzahl des Italieners spürbar eingrenzen. Maserati möchte gerne mindestens 210.000,00 Euro inklusive Mehrwertsteuer haben. In Deutschland. Dafür sitzt man auf Laser-Cut-gefertigten Sitzen, man greift in ein Carbon-Lenkrad, der Drehknopf auf der Mittelkonsole besteht aus Aluminium, aus einem Block gefräst plus Keramik-Einlage. Bestellen kann man den tief fliegenden Dreizack schon jetzt, geliefert wird dann ab Herbst. 

Eine Außenfarbe muss man noch auswählen. Es gibt: Giallo Genio (Gelb), Rosso Vincente (Rot), Blu Infinito (Blau), Nero Enigma (Schwarz), Bianco Audace (Weiß) und Grigio Mistero (Grau). 

Fotos: Maserati

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